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Blog Action Day

Heute ist nun Blog Action Day und auch da hat es im Vorfeld wieder Stimmen gegeben, die den Sinn solcher Aktionen hinterfragt haben. Letztlich muß das jeder für sich selbst entscheiden und beantworten. Niemand ist gezwungen an solchen Aktionen teilzunehmen und auch die Motivationen können sehr unterschiedlich sein. Verantwortlich bin ich aber nur für mich selbst, meine eigenen Motivationen und Aktionen.

Ich habe lange überlegt, worüber ich heute anläßlich des Blog Action Days zum Thema Umwelt schreiben könnte. Tipps wie man die Umwelt praktisch im eigenen Haushalt oder an der Arbeitsstelle schonen und schützen kann, gibt es mittlerweile ja haufenweise – eine einfach Suche über Google bringt da schnell viele Ergebnisse und auch in anderen Blogs die sich am Blog Action Day beteiligen, werden heute bestimmt viele solcher Tipps und Hinweise gegeben.

Ein Argument, das immer wieder gegen solche Aktionen vorgebracht wird, ist, dass dann zwar viel geredet wird, aber praktisch nicht wirklich was dabei herauskommt. Der Name „Blog Action Day“ zeigt aber, dass es den Initiatoren darum geht vom „Bloggen“ auch zur „Aktion“ zu kommen – beides gehört zusammen. Deshalb habe ich beschlossen ein konkretes Umweltprojekt vorzustellen, bei dem sich Freiwillige beteiligen können.

Bei dem Projekt handelt es sich um das Deutsche Bergwaldprojekt. Für die Teilnahme an den Projekten ist keine fachliche Qualifikation erforderlich. Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren. Frauen, Männer, jung und alt und alle Ausländer mit Grundkenntnissen in Deutsch oder Englisch sind herzlich willkommen. Da nicht im Akkord gearbeitet wird, reicht eine normale Fitness vollkommen aus: Jeder teilt sich seine Kräfte nach eigenem Ermessen ein.

Typische Einsatzorte sind Schutzwälder und Schutzgebiete (Nationalparks), aber auch naturnahe Wälder und Biotope. Das Arbeitsspektrum reicht von Pflanzungen und Jungwuchspflege bis hin zu Steig- und Wegebau, Biotoppflege, Moor- und Bachrenaturierungen.

Alle Arbeiten werden im Team ausgeführt, in kleinen Gruppen, die zusätzlich zum Projektleiter jeweils von erfahrenen, ehrenamtlichen Gruppenleitern oder Gruppen-leiterinnen betreut werden.

Die Teilnahme ist kostenlos. Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, Projektleitung etc. wird vom Bergwaldprojekt übernommen, das sich vorwiegend durch Spenden und Mitgliederbeiträge finanziert. Für die Anreise müssen die Teilnehmer/-innen selbst aufkommen.

Werkzeuge und Material werden ebenfalls gestellt. Ein Einsatz dauert jeweils eine Woche und beginnt jeweils am Sonntagabend mit einer Einführung in die Waldwoche. Am Montag geht’s dann handfest los. Für jede Woche ist eine mindestens halbtägige Exkursion vorgesehen. Abreisetag ist jeweils Samstag.
Der Grossteil der Unterkünfte sind einfache, abseits gelegene Forsthütten oder Ferienlagerhäuser, zum Teil wird im Zelt übernachtet.

Projektwochen gibt es in allen vier Jahreszeiten und an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland von Amrum bis zum Schliersee. Seit einigen Jahren gibt es auch Sonderprojekte für Eltern mit kleinen Kindern im Alter von 3 bis 7 Jahren.

Ich finde, das ein ganz tolles Projekt, das wirklich (fast) jedem die Möglichkeit bietet, einmal ganz konkret etwas für die Umwelt zu tun. Es kostet nur eine Woche Zeit, bringt dafür aber sicher unbezahlbare Erfahrungen und Erlebnisse und viele haben die Möglichkeit sich an einem solchen Projekt zu beteiligen quasi fast vor der eigenen Haustür.

Die nächsten Projektwochen, wo es noch freie Plätze für Freiwillige gibt, sind vom 21. bis 27. Oktober im Schwarzwälder Murgtal bei Forbach und vom 18. bis 24. November im Spessart Projekt Rothenfels.

Alle weiteren Informationen zum Bergwaldprojekt und zu den verschiedenen Einsatzorten gibt es bei bergwaldprojekt.de.

7 Gedanken zu „Blog Action Day

  1. Derartige Aktionen machen die Briten uns seit Jahrzehnten vor – in den Acorn Camps des National Trust. Ich habe als Jugendliche an so etwas teilgenommen und bin in Deutschland fast ausschließlich auf völliges Unverständnis gestoßen, wie man so dumm sein könne, für lau zu arbeiten (solche Sprüche kamen damals von Erwachsenen, wenn sie nicht mit der progressiven Stimmlage sagten: Das find ich aber schön, daß du so was machst… die Sorte war fast noch schrecklicher).
    In Berlin habe ich leider die Erfahrung gemacht, daß, wenn ich in einer winzigen Grünanlage freiwillig und in Eigeninitiative Müll aufsammele, ich von Passanten angepöbelt und bedroht werde. Deshalb habe ich es nach mehreren Monaten Einsatz aufgegeben.

  2. @ Claudia – ist ja unglaublich, dass Du dafür angepöbelt und bedroht worden bist?! Was hatten die Leute denn da auszusetzen??

    @ Fischer – weiß nicht, vielleicht weil es populärer ist zu quatschen und zu diskutieren als tatsächlich was zu tun?

  3. Manche Leute pöbeln erfahrungsgemäß einfach aus Prinzip, grad in Berlin (Frankfurt ist aber noch schlimmer. Ne ganze Stadt voller Grummelzwerge. Ich hab Heimweeeh)…

    Weiß ich auch nicht…
    Früher, Anfang der 90er, hab ich bei Renaturierungsaktionen vom BUND mitgemacht. Das war noch vorm Internet und so, da gab es überall Aushänge und die haben mit Ständen in Fußgängerzonen Teilnehmer geworben. Hat echt gut funktioniert, aber sowas sieht man heute kaum noch.

  4. Heimweeeh nach Grummelzwergen??

    Wäre mal interessant, was die Gründe dafür sind, warum es diese Stände heute nicht mehr oder kaum noch gibt.

  5. Nach einigen Tagen Nicht-Hingucken: Fischer hat recht, es war eine Frage des Prinzips. Außerdem wollten einige Leute gesehen haben, daß ich meinen Müll in der Grünanlage entsorge (obwohl sie hätten sehen können, daß ich mit Arbeitshandschuhen Müll in eine Plastiktüte hineintat). Und dann gabs die Spezis, die einfach alles irrsinnig komisch finden, was nach weniger Geld aussieht, als sie haben. Naja – und irgendwann möchte man dann weder als „Umweltverschmutzer“ noch als „Scheiß-Arbeitslose“ noch als „Irre“ noch als „Nutte“ bezeichnet werden – um nur die nettesten Ausdrücke zu zitieren.

  6. Danke für den netten Beitrag zum Bergwaldprojekt. Bin per Google hier gelandet.

    RE: „Ich frage mich, warum man von sowas praktisch nie was hört.“
    Dieses Jahr hat sich diesbezüglich einiges getan, z.B. Spiegel-Artikel, Focus online, Präsenz auf diversen Messen und gerade letzte Woche hat das BWP beim Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks „Miteinander! “ für die beste Umweltinitiative in Bayern den 3ten Platz belegt!

    PS: Die Kanelbullar sehen seeehr gut aus! :o)

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