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Deutsche Blogger und der Blog Action Day

Ich habe hier ja kürzlich schon mal auf den Blog Action Day hingewiesen. Vielleicht ist der Hinweis in den Quick Links ja etwas untergegangen?

Abgesehen davon ist mir aufgefallen, dass der Blog Action Day in Weblogs aus Deutschland kaum erwähnt worden ist. Schaut man sich die Liste der an dem Tag teilnehmenden Weblogs an, fällt ebenfalls auf, dass Weblogs aus Deutschland mit der Lupe gesucht werden müssen. Und ich frage mich mal wieder, woran das liegt? Mir ist das schon bei anderen länderübergreifenden Blogaktionen aufgefallen, dass sich die deutschen Blogger da gerne sehr zurückhalten.

Ist das schlicht blankes Desinteresse? Bekommen sie solche Aktionen gar nicht mit, weil die »maßgeblichen« Blogs in Deutschland (sog. A-Blogger) sich kaum darum kümmern und es darum nicht »interessant genug« ist oder weil die meisten A, B und C-Blogger viel zu sehr mit den Zahlen ihrer Statistiken, Blogcharts (Stichwort »Schwanzvergleich«) und die Bedeutung oder eben fehlende Bedeutung von Weblogs in Deutschland beschäftigt sind oder sich so in die Theorie des Webloggens, die Feinheiten von RSS-Feeds, Einsatz von CSS, Webdesign oder lustige Geschichten (alles per se nichts Schlechtes!) etc. vertieft haben, dass sie den Blick über den Tellerrand scheuen?

Ich hab mich jedenfalls heute als partizipierendes Weblog angemeldet und so wird es hier am 15. Oktober was zum Thema Umwelt geben. Vielleicht kann sich der ein oder andere deutsche Blogger ja doch noch für den Blog Action Day am 15. Oktober 2007 erwärmen?!

12 Gedanken zu „Deutsche Blogger und der Blog Action Day

  1. Naja, ich mach zwar auch mit (jedenfalls versuche ich das, mir ein passendes Thema, das auch zum Blog passt, zu überlegen), mache aber nicht explizit Werbung dafür. Das liegt aber daran, dass ich den Eindruck hatte, es wurde sehr wohl und auch ausreichend in Deutschland darauf hingewiesen. Das jedenfalls war auch der Grund, warum ich mir schließlich einen Ruck gegeben habe, da auch mitzumachen…

  2. Naja, wenn man z.B. bei der Google Blog Suche mal nach »Blog Action Day« mit der Vorgabe »Suche nur in Blogs auf Deutsch« sucht, bekommt man knapp 70 Einträge ausgewiesen, wobei da ja dann auch die Einträge aus österreichischen und schweizer Blogs mit reingezählt sind. Vergleicht man das mit den Ergebnissen anderer Themen, ist das insgesamt doch ziemlich wenig zumal die Aktion ja auch nicht erst seit gestern angekündigt ist.

    Ist aber schön, dass Du auch mitmachst! 🙂

  3. Ich habe manchmal auch den Eindruck, dass die Deutsche Blogosphäre viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um bei solchen Aktionen teilzunehmen.

    Manchmal ist es allerdings schwierig, zu einem Thema etwas zu schreiben. (Als Du neulich vorgeschlagen hast, muss ich gestehen, dass ich es zwar probiert habe, aber einfach kein blogbarer Text herausgekommen ist.) In diesem Fall habe ich aber noch ein paar Wochen Zeit, und ich bin sicher, mir fällt dazu was ein.

  4. Also mich hast Du mit dem Quicklink schon erreicht. Und ich bin auch schon voller Ideen zu dem Thema.
    Ich denke, dass sich einige einfach nicht fürs Thema interessieren (oder ihnen die Erkenntnis fehlt, dass man auf vielerlei Art ans Thema heran gehen kann) und die anderen sich tatsächlich in ihrem Blog nur auf sich selbst, und weniger auf das was sie tun, konzentrieren.
    Und dann gibt’s natürlich noch die, die noch gar nichts vom Action Day mitbekommen haben. Aber Du arbeitest ja daran… 🙂

  5. Also Ihr Lieben, sooo schwer ist das doch nun auch wieder nicht! Ihr braucht doch keinen hochwissenschaftlichen Text verfassen! Michael, Du könntest doch zum Beispiel was über Weltraummüll schreiben! Das ist auch Umweltverschmutzung! Oder erzählen, wie man auf der ISS mit anfallendem Müll umgeht.
    Und Jochen, Du könntest was schreiben über Umweltbewußtsein am Arbeitsplatz oder wie der normale Mitarbeiter etwas zum Umweltschutz beitragen kann (Heizung nicht über Nacht oder bei offenem Fenster laufen lassen - sind ja nicht die eigenen Heizkosten; Licht ausmachen wenn es nicht unbedingt nötig ist, der Unternehmensleitung Vorschläge machen, wie man umweltschonener arbeiten, produzieren kann oder wo es umweltfreundliche Arbeitsmaterialien günstig zu kaufen gibt, oder oder. Ich bin sicher, Ihr kriegt das hin! 🙂

  6. ich glaube es liegt daran, dass deutsche häufig »massenveranstaltungen« etwas skeptisch gegenüber stehen und lieber individuell bleiben. ich bezweifele auch, ob meine paar leserInnen aufgrund eines beitrages bei mir ihr (hoffentlich ohnehin schon vernünftiges) verhalten ändern. was jetzt kein plädoyer sein soll, nicht mit zu machen. aber ich denke gerade kritische geister wie unsereins setzen die ihnen wichtigen themen ohnehin. und meine leserschaft wird ja am 15. oktober nicht plötzlich mehr.

  7. Es stimmt schon, dass die Leserschaft an so einem Tag nicht plötzlich mehr wird, darum geht es ja auch nicht. Aber je mehr Leute ein Thema aufgreifen und die verschiedensten Aspekte beleuchten, um so mehr Leute werden vielleicht doch erreicht und bei manchen ist es ja auch so, dass nur der »stete Tropfen« den Stein höhlt. Manche brauchen immer wieder einen Anstoß, bis sie etwas im eigenen Leben ändern bzw. sich überhaupt bewußt werden, dass sie auch etwas tun könn(t)en.

    Was die »Massenveranstaltungen« angeht, denen die Deutschen skeptisch gegenüberstehen, bin ich auch da nicht sicher, immerhin machen ja auch viele bei den sog. »Stöckchen« mit oder bei Blogparaden, die sich ja teils auch zu »Massenveranstaltungen« auswachsen.

    Vielleicht ist das Ganze aber eben auch nur wieder ein Beleg dafür, dass Weblogs eben längst nicht die Bedeutung haben, die ihnen gerne zugeschrieben wird. Es ist nur eine begrenzte Gruppe die erreicht wird, wenn sie sich denn erreichen läßt. Und die Reichweite oder das, was Blogs erreichen darf eben nicht überschätzt werden.

    Zum Thema »Individualität« vermisse ich die teils aber auch in der deutschen »Blogosphäre«. Da wird soviel einfach nur voneinander abgeschrieben oder Themen die immer und immer wieder durchgekaut werden. Wirklich neuen bzw. individuellen »content« schaffen nicht sehr viele - ich lasse hier jetzt mal das Erzählen individueller Erlebnisse außen vor.

    Ach man könnte lange darüber diskutieren - ändern wird auch das nicht viel. *lach* Die Blogosphäre ist eben wie sie ist und entweder man akzeptiert das und versucht im eigenen Blog zu verwirklichen was man sich vorstellt oder man läßt es irgendwann. Ich schätze, ich wandele im Moment auf dem Grat zum Blog-Blues und habe daher vielleicht auch etwas zu »sensibel« reagiert. Und wie ich hier in den Kommentaren gesehen habe, gibt es ja doch einige, die sich zumindest überlegen mitzumachen.

  8. Ehrlich gesagt packen mich solche Aktionen genau nicht, weil sie rein gar nichts bewirken. Mitmachen kann jeder, der Spaß daran hat. Nichtmitmachen kann jeder, der darin wenig Sinn sieht. Warum soll ich ausgerechnet zum 15.10. zum Thema Umwelt bloggen? Nur weil mich einer zum Schaaf einer ganzen Herde machen will? Nee, Umwelt ist für mich täglich.

  9. Da hat creezy schon Recht. Aber warum, wenn schon täglich, dann nicht auch am 15.10. als Teil einer Aktion?
    Man stelle sich vor, dass es keine Demonstrationen mehr gibt, weil die, die es noch interessiert, sich lieber täglich individuell damit beschäftigen, als als Teil einer Gemeinschaft an einem bestimmten Tag aufzutreten…

  10. Gut, über den Sinn kann man u.U. streiten - wenn ich bei der Aktion mitmache, dann nicht, weil sonst Umwelt nicht auf meiner Agenda steht. Für mich ist Umwelt auch täglich, aber Thommi hat es im Grunde auf den Punkt gebracht, warum dann gerade an einem solchen Tag, wo viele es zum Thema machen, nicht auch? Und wer weiß, vielleicht bewirkt so eine Aktion ja doch hier oder dort bei Einzelnen was. Aber vielleicht bin ich einfach immer noch zu naiv oder idealistisch was das angeht?! Bleibt mir also die Entscheidung, mich weiterhin ab und an an solchen Aktionen zu beteiligen oder es zukünftig ganz zu lassen. Im ersten Fall halte ich (vielleicht naiv) an der Möglichkeit fest, dass auch durch solche Aktionen doch etwas erreicht werden kann, im zweiten Fall gebe ich es auf und entschließe mich der pessimistischen Variante zu folgen.

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