Film ·Literatur & Lyrik

50. Todestag von Leo Perutz und der Filmtip des Tages

Diese Woche jährt sich zum 50. Mal der Todestag des Schriftstellers Leo Perutz, dessen zahlreiche Romane in den vergangenen Jahren bei dtv neu aufgelegt wurden.

Leo Perutz gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Prager Moderne.
Geboren wurde er als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Textilfabrikanten am 2. November 1882 in Prag. Die Familie übersiedelte 1899 nach Wien. Leo Perutz arbeitete zunächst als Versicherungsmathematiker. Eine schwere Verletzung an der galizischen Front im Jahre 1916 machte ihn untauglich für den Kriegsdienst. Dann stellten sich die ersten literarischen Erfolge ein und im Jahre 1923 hatte er seinen literarischen Durchbruch mit seinem Roman »Der Meister des jüngsten Tages« und beschloss, als freier Schriftsteller zu arbeiten.

1928 starb seine Frau Ida, einen Tag nach der Geburt ihres dritten Kindes Felix, eine schmerzhafter Einschnitt im Leben des Schriftstellers, der mittlerweile ein »Bestseller-Autor« für unterhaltende und spannende Literatur mit Niveau geworden war. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wurden seine Bücher dann recht bald verboten. So emigrierte er 1938 mit seinen Kindern und seiner zweiten Frau nach Palästina, wo er ab 1946 wieder als Versicherungsmathematiker arbeitete.

Nur wenige wussten nach 1945 in Österreich und Deutschland von seiner Bedeutung, und es gelang ihm nicht wirklich von Israel aus wieder an die Erfolge vor dem Krieg anzuknüpfen. Während des Urlaubs kehrte er häufig nach Österreich zurück, wo er am 25. August 1957 in Bad Ischl starb.

Diesen Monat ist nun auch die Biographie »Leo Perutz« von Hans Harald Müller im Zsolnay Verlag erschienen, die interessierten Lesern einen tieferen Einblick in das Leben von Leo Perutz eröffnet.

Wohl aus Anlass seines 50. Todestages zeigt übrigens 3Sat heute Abend um 22:25 Uhr den Spielfilm »Der Meister des jüngsten Tages« nach dem gleichnamigen Roman von Leo Perutz - mein Filmtip des Tages für Literaturfreunde.

Spezial zum 50. Todestag von Leo Perutz bei dtv