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40 Cent!

Milchbar Stralsund - © Liisa

Ich bin wirklich gespannt, ob es den deutschen Milchbauern diesmal gelingen wird, den Großmolkereien und Milchprodukteherstellern mit der Androhung und notfalls auch Umsetzung von Boykotts (notfalls wollen die Landwirte im Herbst ihre Milch zurückhalten und die Molkereien trocken legen) abzuringen, daß sie endlich wieder halbwegs vernünftig bezahlt werden.

Die Bauern möchten 40 Cent je Liter - was ja nun wirklich nicht viel ist und dafür haben gestern in ganz Deutschland rund 20.000 Milchbauern demostriert. Vor zehn Jahren haben die Landwirte noch umgerechnet 35 Cent bekommen, heute sind es – trotz gestiegener Betriebskosten in der Landwirtschaft – gerade noch 27 Cent.

Den Löwenanteil der Einnahmen streichen die großen Molkereien, Unternehmen und der Handel ein. Von Preiserhöhungen auf Milchprodukte haben die Milchbauern in den vergangenen Jahren rein nix gehabt. Daß es auf Milchprodukte demnächst eine Preiserhöhung geben wird, ist schon sicher und die Molkereien, etc. haben für sich schon wieder einen schönen Happen davon gesichert. Die Bauern dagegen fürchten, wieder mit 1 oder 2 Cent pro Liter an »Erhöhung« abgespeist zu werden.
Eines kann man den Bauern jedenfalls ganz sicher nicht vorwerfen, nämlich, daß sie sich »bereichern« wollten. Für die meisten ist es inzwischen der blanke Kampf um die eigene Existenz und den Erhalt ihrer Höfe.

Wäre schön, wenn die Deutschen endlich mal aufwachen würden und realisieren, was da gerade abgeht - denn was machen wir, wenn auch noch die letzten Bauern die Mistgabel hinwerfen, weil die Landwirtschaft für sie nur noch ein einziges Verlustgeschäft ist? Die lila Kühe geben jedenfalls keine Milch, falls das einige glauben sollten (bei den Pisa-Ergebnissen weiß man ja nie ;o) ).