Politik

Achtung scharfer Hund

Wir (und die Franzosen) dürfen wohl gespannt sein, welches Gesicht Nicolas Sarkozy, jetzt wo er gewählt ist, zeigen wird. Da ich nicht an radikalen Veränderungen glaube (Ausnahmen bestätigen die Regel), fürchte ich, vielen Franzosen wird nicht gefallen, was sie da zu sehen bekommen werden - mal abgesehen von den Rechten und ganz ganz Rechten.

Wie sagte doch eine Französin: »Wir haben alle unsere Hoffnungen auf Sarkozy gesetzt, die Zukunft unserer Kinder, einfach alles!« Die Erfahrungen aus der Geschichte zeigen, daß das häufig schwer daneben gegangen ist. Da helfen auch die ach so einigenden Worte Sarkozys bei den Feierlichkeiten gestern nichts - irgendwie hat er mich an den kreidefressenden Wolf erinnert.

Die Einwanderer und Nachkommen von Einwanderern dürften jedenfalls zukünftig noch weniger zu lachen haben als schon bisher. Da nutzt es auch nichts, daß Sarkozy selbst ein Einwandererkind ist. Im Gegenteil, die sind - wenn sie es »geschafft haben« - häufig die »schärfsten Hunde«.

Ansonsten hab ich mich gefragt, was Ségolène Royal wohl vergangene Nacht gedacht und empfunden hat, als sie aus dem Trubel heraus war und auf ihrer Bettkante saß? Das Ding war gelaufen, sie nicht Präsidentin und nach all dem Stress plötzlich alles vorbei … fällt man da in eine Art schwarzes Loch? Droht eine Depression? Ist man vielleicht insgeheim doch ein wenig erleichtert, daß der Kelch an einem vorübergegangen ist? … vielleicht ist sie aber auch nur wie tot in ihr Bett gefallen und hat heute morgen endlich mal wieder vernünftig ausgeschlafen.

P.S. Was Herrn Sarkozy angeht, lasse ich mich natürlich in den kommenden Monaten und Jahren gerne eines besseren belehren - den Franzosen würde ich wünschen, daß ihre Hoffnungen nicht enttäuscht werden.