Musik

Mstislaw Rostropowitsch ist tot

Einer der wohl bedeutendsten Cellisten aller Zeiten Mstislaw Rostropowitsch ist im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit in Moskau gestorben. Er war mit russischen Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch, Sergej Prokofjew oder Alfred Schnittke befreundet und führte viele ihrer Werke erstmals auf. Aber auch ausländische Künstler wie Benjamin Britten, Leonard Bernstein oder Pierre Boulez schrieben Konzerte und Stücke für ihn. Seine Konzerte beendete Rostropowitsch gerne mit Musik von Johann Sebastian Bach. Bach spielte er auch spontan zwei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer inmitten des Trubels am Checkpoint Charlie – aus Freude über den Fall der Mauer und „zum Gedenken an diejenigen, die hier ihr Leben ließen“ – ein inzwischen legendärer Auftritt.

1971 setzte er sich für den verfemten Schriftsteller Alexander Solschenizyn ein und geriet deswegen in Konflikt mit der russischen Obrigkeit. 1974 mußte er dann mit seiner Frau emigrieren. 1978 wurde dem Paar die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt, die es aber 1990 zurückbekam.
Als Dirigent stand er von 1977 bis 1994 an der Spitze des National Symphony Orchestra in Washington.

Sein Schüler David Geringas hat einen persönlich gefärbten Text anläßlich Rostropowitschs 80. Geburtstag im vergangenen Monat geschrieben, der ebenfalls lesenswert ist.

Ein Gedanke zu „Mstislaw Rostropowitsch ist tot

  1. Ein toller Mensch und noch genialerer Musiker weniger auf dieser Welt. Schade. Auch wenn es für ihn selbst wohl letztendlich eine Erlösung war.

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