Literatur & Lyrik

Ödnis

Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
denn manche schleichen
sich tiefer und tiefer ins Herz hinein
und während Tage und Jahre verstreichen
werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder
mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blütenmeer.
Doch in meinem Herzen ist eine Stelle,
da blüht nichts mehr.
Ricarda Huch

5 Gedanken zu „Ödnis

  1. Ja Sylvia, das dachte ich mir, daß Du mit diesen Worten auch was anfangen kannst!

  2. Herzlichen Dank für dieses starke Gedicht! Ich habe es mir heute ausdgedruckt und auf Arbeit den die Pinnwand geheften und beim Vorbeigehen immer wieder durchgelesen und will es gar auswendig lernen. Ich bin ja bekanntermaßen nicht der Lyrik-Typ. Aber wenn es mioch trifft, bin ich weg, ganz und gar.

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