Fotografie

Jack Spencer

Jack Spencer ist ein Fotograf mit einem ganz eigenen Stil in der Fotografie. Seine Fotos wirken häufig wie alte Gemälde und werden auch so präsentiert. Durchaus sehenswert.

Mir hat es vor allem seine Serie »Lost Boys« und die Geschichte dahinter angetan. Die Serie zeigt Portraits junger Sudanesen. Ihre Geschichte beginnt vor ca. 15 Jahren als das Morden im Sudan schon voll im Gange war. Soldaten kamen in die Dörfer, schlachteten die Männer ab und vergewaltigten und töteten die Frauen. Die halbwüchsigen Jungen, die noch zu jung zum kämpfen waren aber fähig zu laufen wurden von den Ältesten der Dörfer in die Wüste geschickt, wo sie auf andere Jungen ihres Alters aus anderen Dörfern trafen. Dort streiften sie herum bis es schließlich noch offiziellen Schätzungen ca. 20.000 Jungen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren waren.

Viele von ihnen verhungerten in der Wüste, starben an Krankheiten, Schlangenbissen oder fielen Raubtieren zum Opfer. Trafen Soldaten auf solche Gruppen benutzten die die Jungen gerne als lebende Zielscheiben. Zwei Jahre lang irrten diese Kinder durch die Wüste und niemand half ihnen bis schließlich die UN ein Flüchtlingslager für sie in Kenia eröffnete. Zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte der Jungen bereits umgekommen.

Neun Jahre blieben diese traumatisierten Jungen in dem Lager unter fast unerträglichen Lebensbedingungen. Das Sterben der Jungen ging weiter. Sie starben an Seuchen und Unterernährung. Schließlich sorgten CARE, die UN und eine katholische Hilfsorganisation dafür, daß die überlebenden 3500 Jungen in die USA einreisen konnten, wo sie über das ganze Land verstreut untergebracht wurden. 200 von ihnen kamen auch nach Nashville, wo Jack Spencer lebt.

Tief bewegt von der Geschichte dieser inzwischen jungen Männer, begann er sie zu besuchen, freundete sich mit ihnen an und begann sie für eine Portrait-Serie zu fotografieren. 2004 hat Jack Spencer zusammen mit einigen Freunde die »Lost Boys Foundation« gegründet, um diese jungen Männer zu unterstützen. Er ist dabei seine Portrait-Serie in einem Buch zu veröffentlichen. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches sollen dann komplett an die Stiftung gehen.

www.jackspencer.net