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Wen ich zum Mond schießen will

„Die US-Regierung plant die Rückkehr zum Mond und hat damit ein weltumspannendes Wettrennen ausgelöst“, sagte Döllinger. „Das sollten wir nicht an uns vorbeilaufen lassen.“

Was entnehme ich da den Nachrichten? Deutschland plant nationalen Alleingang zum Mond? Kosten ca. zwischen 300 und 400 Millionen Euro? Angeblich steht die Bundesregierung dem Vorhaben wohlwollend gegenüber? Das inzwischen zuständige Wirtschaftsministerium sieht in einer Mondmission „ein politisches Thema“?

Ich glaube, ich höre bzw. lese nicht richtig! Angeblich ist kein Geld da für vernünftige Renten, für ein ausreichendes Betreuungsangebot für Kinder, für Kindergärten, Tagesstätten und Schulen, für Alten- und Pflegeheime und und und … aber für sowas ist Geld da??? Weil wir bei einem solchen Wettrennen auch mit dabei sein sollten? Weil wir ja schließlich wieder wer sind?

Am liebsten würde ich diejenigen, die solche Vorschläge machen und auch noch unterstützen zum Mond schießen, ohne Rückfahrkarte natürlich … ach und wenn ich schon mal dabei bin, unfähige Manager und Politiker gleich mit!

4 Gedanken zu „Wen ich zum Mond schießen will

  1. Glaub mir, wenn Du die *alle* zum Mond schiessen willst, das wird noch viel teurer, ich kenne nämlich die Kostensätze für solche Raketen 🙂

    Als Hintergrund muss man wissen, dass Mondmissionen in der Raumfahrt zur Zeit ausgesprochen »in« sind und neben den USA auch Indien, China, Japan und Russland an solchen Sonden basteln. Die NASA faselt sogar schon wieder von einer bemannten Mondstation.

    Man muss das Geld auch als Investition in die irdische High-Tech Forschung hierzulande sehen. Aber warum Deutschland damit ausgerechnet zum Mond fliegen will, verstehe ich auch nicht. Für ein paar hundert Millionen Euro könnte ich mir sinnvollere Forschungsziele vorstellen.

  2. Gestern las ich irgendwo, dass man hofft, eine bestimmte Sorte Helium von dort zu bekommen, die man braucht, um eventuell mal eines Tages mal Autos mit Wasserstoff betreiben zu können. Das wäre wenigstens ein Pluspunkt, wenn es denn klappte, bei einem Projekt, das mir als typisches Zeichen von akutem Größenwahn, vermischt mit Hirnverbranntheit vorkommt.
    Und irgendein soziales Gewissen braucht man bei Politikern wohl nie zu „befürchten“. Wie sagte doch Ken Livingstone:
    „When you get into politics, you find that all your worst nightmares about it turn out to be true, and the people who are attracted to large concentrations of power are precisely the ones who should be kept as far away from it as possible.“
    — Ken Livingstone
    Member of Parliament
    http://quotes.liberty-tree.ca/quote_blog/Ken.Livingstone.Quote.DA4B

  3. Ich bin ja nicht per se ja nicht gegen Forschung – es geht mir eher um die Frage der Prioritäten. Wenn ich z.B. kein Geld habe, um mir täglich eine warme Mahlzeit zu leisten, dann ist es doch Wahnsinn, einen Kredit aufzunehmen um mir ein Auto zu kaufen.

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