Politik

Nichts sehen – nichts hören – nichts sagen

Jetzt wollte die UNO wieder eine Sonderkommission nach Darfur schicken, die sich da mal zwei Monate umschauen und dann der UN Bericht erstatten sollte. Ich könnte kotzen – man entschuldige die derbe Ausdrucksweise – wenn ich sowas höre. Seit Jahren ist hinlänglich bekannt, was sich da an Dramen abspielt, daß da unschuldige Menschen zu Hunderten und Tausenden abgeschlachtet werden. Es gibt reichlich Berichte, Fotos, Dokumente aus der Region und die UN guckt weiter zu. Sicher, man hat Flüchtlingslager an den Grenzen bzw. in den Nachbarländern eingerichtet und dort werden diejenigen, die sich dorthin haben retten können wenigstens mit Lebensmitteln versorgt. Aber eine Lösung ist das alles nicht.

Warum die UN mit all diesem Wissen und den Berichten der Flüchtlinge, die Augenzeuge der Massaker sind, jetzt wieder eine Kommission schicken wollte, ist mir unverständlich – es sei denn um später sagen zu können „Wir haben uns bemüht zu helfen“ – das berühmt-berüchtigte Feigenblatt. Die Aktion ist aber jetzt ins Wasser gefallen, weil die ausländischen Mitarbeiter der Kommission keine Visa erhalten haben – klar die sudanesische Regierung hat ja auch kein Interesse daran, daß sich da jemand in ihre „inneren Angelegenheiten“ einmischt. Die Kämpfe in Darfur haben bisher übrigens mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet und etwa 2,5 Millionen wurden in die Flucht getrieben.

Dazu paßt dann auch die Meldung, daß Darfur auf dem Afrika-Gipfel der gerade in Cannes stattfindet höchstens am Rande ein Thema sein wird. Lieber „diskutiert man den Rohstoffreichtum und die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents“. Klar doch, das ist ja auch viel einfacher und bringt Profite – man muß schließlich auch an heimische die Wirtschaft und die Arbeitsplätze denken. Ach ja und in Deutschland toben eh gerade die Narren.