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Teheran

Die neue NZZ-Folio hat diesmal das Thema »Teheran« und bietet wieder mal hochinteressante Blickwinkel. Im Artikel »Freizeit im Gottesstaat« geht es um tolerante Nischen in der Stadt. In »Türen zur Welt« wird über die Buch- und die Industriemesse in Teheran berichtet, die iranischen Studenten die Möglichkeit eröffnet Kontakte in den Westen zu knüpfen. In »Sehnsüchtig war mein Herz« erinnert sich der iranische Intellektuelle Bahman Nirumand, der zweimal ins Exil gehen mußte, an die kurze Blüte der Demokratie unter Mossadegh, die blutige Diktatur des Schahs und die triumphale Rückkehr von Ayatollah Khomeiny. In »Der Mann in der Windjacke« wird der iranische Präsidenten Mahmud Ahmadinejad porträtiert. Der Artikel »Mullah-Ökonomie« beleuchtet die Frage, was ein Embargo gegen den Gottesstaat eigentlich ausrichten würde und bringt eine ökonomische Einschätzung der 12-Millionen-Metropole Teheran. »Apokalyptische Theatralik« enthält ein Interview mit dem Iranexperte Bert G.Fragner.
Weiterhin kann man etwas über einen ganz normalen Tag im Leben einer jungen, berufstätigen Single-Frau in der iranischen Hauptstadt erfahren, eine junge Teheranerin erklärt warum junge Iraner die westliche Freiheit nicht wollen. Jugendliche Teheraner klären auf, was in Teheran erlaubt und was verboten ist. Außerdem gibt es einen Artikel über die iranische Exilgemeinde in Los Angeles - dort leben etwa 600000 Iraner - die dem heutigen iranischen System oppositionell entgegensteht und versucht von außen her den Boden für einen Regimewechsel zu bereiten. Und in »Fast wie zuhause« berichtet der schweizer Schriftsteller Peter Stamm von seinem ersten Besuch in Teheran anläßlich der Buchmesse dort.

Alles in allem viel Lesestoff aber ein lohnender wie ich meine. Und wer dann immer noch nicht genug hat oder richtig angefixt ist, der kann sich die Literatur- und Linkliste mit Empfehlungen der Autoren des Heftes zu Gemüte führen.