Soziales

Umschulen zum virtuellen »Baumpflanzer«

Wer bitte kommt auf die Idee 8 Millionen Bäume in der Sahara zu pflanzen und vor allem warum? Auf die Idee gekommen ist Tree-Nation und sie wollen diese Bäume pflanzen, um so das Vordringen der Wüste zu stoppen.

Die 8 Millionen Bäume, die Tree-Nation pflanzen will, sollen in Niger, einem der ärmsten Länder der Welt und ebenso betroffen von Desertifikation (Wüstenbildung), gepflanzt werden. Jeder der will, kann Bäume für dieses Projekt sponsern und so mithelfen das Projektziel zu erreichen. So ein Baum (von 10 € aufwärts) eignet sich auch hervorragend als Geburtstags- oder sonstiges Geschenk!

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.tree-nation.com. Dort kann man virtuell (s)einen Baum pflanzen oder auch zwei oder drei … Das Online-Projekt zum tatsächlichen Projekt steckt noch ziemlich am Anfang, aber ich bin sicher, daß das nicht lange so bleiben wird.

Die Gefahren, die durch die Ausbreitung der Wüsten weltweit drohen, werden immer noch viel zu selten thematisiert und weitgehend noch unterschätzt. Selbst das 2006 das Internationale Jahr der Wüsten und der Desertifikation war, ist an den meisten völlig vorbeigegangen.

Von Desertifikation spricht man, wenn in Gebieten mit relativ trockenem Klima die natürlichen Ressourcen (Boden, Vegetation, Wasser) als Folge einer zu intensiven Nutzung durch den Menschen beeinträchtigt oder zerstört werden. Eine solche Zerstörung hat dramatische Folgen: Die Vegetation geht zurück oder verschwindet vollständig; Wasser wird zum Mangelgut; die Böden erodieren, versalzen oder versanden; Sand wird vom Wind verfrachtet und zerstört die Infrastruktur. Kurz: Das Land wird unfruchtbar und verödet. Man spricht dann häufig auch von Landschafts-Degradierung.

Desertifikationserscheinungen sind inzwischen in 70 Prozent aller Trockengebiete festzustellen. Betroffen sind derzeit 36 Millionen km², eine Fläche dreieinhalb Mal so groß wie Europa. In Afrika leben 40 Prozent der Gesamtbevölkerung in Gebieten, die von Desertifikation bedroht sind, in Asien 39 Prozent, in Südamerika 30 Prozent. Es sind gerade die Entwicklungsländer, die besonders unter der Zerstörung von Land und Ressourcen leiden: Die 50 am wenigsten entwickelten Länder sind besonders stark von der Desertifikation betroffen.
Doch auch Gegenden in Europa sind betroffen. Auf Europa entfallen inzwischen sechs Prozent der weltweiten Trockengebiete. In Italien z.B. ist fast ein Drittel des Territoriums von Austrocknung und Bodenverarmung bedroht.

Projekte, wie das von Tree-Nation, sind daher ein guter Schritt um a) Informationen zum Thema zu vermitteln, b) Interesse für das Thema und vor allem die Problematik zu wecken und c) etwas zur Lösung des Problems beizutragen.

Weitere Informationen zum Thema Desertifikation gibt es z.B. auf der Webseite des UN-Sekretariat der Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD)

Wikipedia zum Thema Desertifikation

gtz zum Thema Desertifikation

FAO/UNCCD: Informationsportal zum Thema Desertifikation und Trockengebiete

Wie Pflanzen Wüsten in Schach halten

3 Gedanken zu „Umschulen zum virtuellen »Baumpflanzer«

  1. Tja - eine gute Zusammenfassung.

    Im neusten SPIEGEL - ich weiss, dass er in D oft kritisiert wird - ist ein ausgezeichneter Artikel über die Arbeit der Weltbank, die ja notabene erfunden worden ist, um die grössten Probleme der Menschheit zu lösen, wozu die Desertifikation leider inzwischen gehört. In der Titelgeschichte sind ebenfalls anschaulich die Pro und Contras zu Chinas Aufstieg beschrieben (es wird eine Serie werden), denn auch dort kommt Desertifikation auf uns zu und ein Wasserproblem, von dem du hier ja auch schon berichtet hast. Leider bemerkt man beides in unseren Breitengraden erst sehr spät so richtig »am eigenen Leib«. Einerseits ein Privileg, andererseits macht es genau das schwierig, die weltweiten Probleme mit dem nötigen Elan anzugehen. Allerdings gibt es noch viele Möglichkeiten, vor allem der Sensibilisierung für die Umwelt und die Vorteile verantwortungsbewusster Anbieter gegenüber Billiganbiern.

    Es ist ein verdammt weites Feld.

  2. Ist bald Tu BiShvat bei uns, das Neujahrsfest der Bäume und da werden wir auch wieder einen Baum pflanzen. Liebe Grüsse Anneka

  3. Jeder von uns ist für die CO2-Emissionen mitverantwortlich:

    Durch die Faktoren Wohnen, Mobilität und Stromverbrauch und indirekt durch den Konsum verursacht selbst eine sparsam lebende deutsche Familie durchschnittliche CO2-Emissionen
    von 10 bis 15 Tonnen pro Jahr.

    Deshalb: Lasst uns Bäume pflanzen, je mehr desto besser!

    Schüler und Jugendliche laden ein, gemeinsam in diesem Jahr
    eine Milliarde Bäume zu pflanzen.

    Jetzt Bäume pflanzen

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