Privates ·Tagesnotizen 2017

Was los war am 22. Januar 2017

Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein satt den ganzen Tag. Wunderbar, nach den vergangenen grauen Tagen.

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Ich las »The masterpiece that killed George Orwell« über die Entstehungsgeschichte seines weltberühmten Romans »1984«.

Und »Five ways to build solidarity across our differences«

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Ich las in einem Buch, und ich strickte und faulenzte herum bis der Tag zuende war.

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Privates ·Tagesnotizen 2017

Was los war am 21. Januar 2017

Für diesen Tag war eine gemeinschaftliche Waldaufräumaktion im Dorf angesetzt. Eigentlich war von der langfristigen Wettervorhersage ordentlich Frost vorhergesagt, aber in den letzten Tagen stiegen die Temperaturen etwas, und es fing an zu tauen. D.h. der Waldboden taute etwas an und wurde weich, was für die angesetzten Arbeiten eher ungünstig war.

Trotzdem wurde fleißig gearbeitet, und wer arbeitet soll auch essen (und sich aufwärmen). So half ich meinem Yoda mit einem großen Handwagen heißen Kaffee, heiße Würstchen, Brötchen, Kuchen und was man sonst noch an Kleinigkeiten rundum brauchte, zur Aktionsstelle zu ziehen, und die freiwilligen Helfer zu versorgen. Die freuten sich sichtlich, vor allem über den warmen Kaffee und die heißen Würstchen mit Brötchen und Senf.

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Recht bald nach dem Mittagessen zwang ich mich nach draußen zu einem längeren Spaziergang. Draußen war kein schönes Wetter. Kälte und Feuchtigkeit krochen mir trotz warmer Kleidung bis in die Knochen. Das Laufen war ziemlich mühselig, mein Körper wollte nicht so recht. Dass alles um mich herum grau in grau war, führte natürlich nicht zu einer Stimmungsaufhellung. Nicht mal Rehe oder wenigstens ein paar Vögel ließen sich blicken.

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Ich war rechtzeitig zurück, um das Team-Skispringen zu sehen. Das lohnte sich diesmal richtig, denn nicht nur gab es keine Unterbrechungen wegen Wetterunbillen, sondern das deutsche Skispring-Team siegte in Zakopane. Wow!

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Ich lernte, dass das schwedische Pendant zur »Stunde der Wintervögel« vom Nabu in Deutschland, »Vinterfaglar inpå knuten« heißt, wobei »inpå knuten« »vor der Haustür« bedeutet. Kann ich also in Zukunft auf schwedisch mitteilen, dass meine Stiefel vor der Haustür stehen. Bei der Gelegenheit lernte ich gleich noch eine ganze Reihe schwedischer Vogelnamen: Koltrast (Schwarzamsel), Stjärtmes (Schwanzmeise), Entita (Sumpf- oder Schwanzmeise), Talltita (Weiden- oder Mönchsmeise). Nötväcka (Kleiber), Snösiska (Polarbirkenzeisig) usw. usf. Sowas erfreut mein Herz ja sehr.

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Ab Nachmittag und am Abend tauchten dann zahlreiche Tweets in meiner Timeline auf, die vom »Women’s March« berichteten, und zwar nicht nur aus den USA, sondern auch aus London, München und anderen Städten, wo ebenfalls solche Märsche der Frauen stattfanden.

Auch in den Nachrichten wurde darüber berichtet und Bilder aus den USA, London und Paris gezeigt. Dass es auch in Deutschland »Women’s March«-Demos gab, wurde zumindest in den Nachrichten, die ich sah, nicht mit einem Wort erwähnt, geschweige denn Bilder davon gezeigt. Fand ich recht bezeichnend und habe mich sogar ein bisschen darüber geärgert. Nunja. Vielleicht kam es ja dann in den Spätnachrichten (die kaum noch einer sieht).

Jedenfalls die Fotos und Videos von den Protesten waren der reine Balsam auf meiner Seele, und vielen anderen in meiner Timeline ging es wohl ähnlich. Zu sehen, es gibt so viele Menschen, die nicht in den Hass und die Menschenverachtung mit einstimmen, sondern dagegen aufstehen. Großartig! Es liegt in unserer Macht, uns zu engagieren und einzubringen, gegen Unrecht aufzustehen, für einander einzustehen, Schwache und Benachteiligte zu verteidigen. Wir alle können etwas dazu beitragen, dass unsere Demokratien nicht den Bach runtergehen.

Schön, dass dieses Zeichen gleich zu Beginn des Jahres gesetzt wurde und uns allen einen extra Anstoß und Motivationsschub gibt.

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Privates ·Tagesnotizen 2017

Was los war am 20. Januar 2017

Nix war los. Und schon mal gar nix mit mir. Zum Ende der Woche schwächelte ich bedenklich und rettete mich geradeso ins Wochenende. So ganz erklären kann ich mir die Erschöpfung nicht.

Ich erledigte trotzdem alles was auf der To-Do-Liste stand, aber brauchte für alles mindestens doppelt so lang. Am frühen Nachmittag erklärte ich deshalb das Wochenende für angebrochen.

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Außerdem lernte ich G. kennen, einen richtig guten Menschen. Bis, ja bis dann … aber lest selbst.

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Ich las den Satz

»Comparison is an act of violence against the self.«

und dachte darüber nach, warum wir Menschen so eine Neigung zum Vergleichen haben. Können wir uns nicht einordnen ohne den Vergleich mit anderen?

Haben Menschen sich schon immer mit anderen verglichen, oder ist das erst irgendwann später so geworden?

Wie viel Leid und Elend ist aus dem Vergleichen schon entstanden?

Was oder wer hat das Vergleichen gefördert? Welche Rolle spielt das Vergleichen mit andern in unseren Systemen, in denen der Wettbewerb so eine große Rolle spielt?

Was würde eigentlich passieren bzw. was würde sich konkret in unserem Leben ändern, wenn wir uns nicht mehr mit anderen vergleichen würden?

Können wir überhaupt existieren/leben ohne zu vergleichen?

Gibt es positive Seiten des Vergleichens?

Wie oft am Tag vergleichen wir uns mit anderen, ohne es bewußt zu wollen und zu merken?

Wie viel vom Stress in unserem Leben ist auf das Vergleichen, dessen Resultate und die Konsequenzen, die wir daraus ziehen, zurückzuführen?

Was triggert das Vergleichen?

Kann man sich, wenn man zum Vergleichen mit anderen neigt, das auch abgewöhnen? Und wenn ja wie?

Wer sich mit anderen vergleicht, möchte ja meist mindestens gleich »gut«, lieber aber noch »besser« sein, als der- oder diejenige/n, mit denen er oder sie sich vergleicht. Was sagt das über uns aus? Warum wollen wir »besser« sein als andere? Warum wollen wir, dass es uns besser geht als anderen? Warum entscheiden wir uns nicht viel öfter dafür, aus diesem Hamsterrad des ständigen (und sei es nur in unseren Gedanken ausgetragenen) Wettbewerbs mit anderen auszusteigen?

Jede Menge Stoff zum darüber Nachdenken. Man hat ja sonst nichts zu tun.

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Kurz vorm Dunkelwerden noch eine Runde gelaufen, was heute wegen Schneematsches, der zum Abend hin wieder gefror, nicht wirklich toll war. Aber egal, frische Luft und Bewegung war es trotzdem und die schaden ja nie.

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Während Trumps Inauguration Speech kurz in den Lifestream geschaut. 10 Minuten, das reichte völlig. Furchtbar, einfach nur furchtbar!

Und dann die Obamas im Helikopter abfliegen zu sehen … ich vermisse sie schon jetzt.

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Später am Abend noch ein bisschen an meine Socke gestrickt, und mich dann entschieden sie nochmal komplett aufzuribbeln und von vorne anzufangen. Ich hatte sie wohl mit zuwenig Maschen angeschlagen. Wie sich nun herausstellte, war sie eindeutig zu eng. Außerdem hatte sich an einer Stelle noch ein Fehler eingeschlichen. Tja, Übung macht den Meister, so heißt es doch, oder?! Dass ich die diesmal so schön gelungene Bumerangferse natürlich auch wieder aufribbeln musste, war echt schade, aber es hilft ja nix, wenn die Socke am Ende nicht passt.

Tatsächlich bin ich ein bisschen stolz auf mich, dass ich das Sockendings durchziehe und nicht entnervt aufgebe und das Zeug in die Ecke pfeffere. Noch mehr eigentlich darauf, dass ich so geduldig mit mir selbst bin. Früher hätte ich mich längst ungespitzt in den Boden gerammt, und hätte mich in inneren Monologen dafür fertig gemacht, dass ich Fehler gemacht habe und alles wieder aufribbeln musste. Jetzt bin ich zwar ein bisschen frustriert, aber ich bleibe dabei gnädig mit mir, und werte es nicht als komplettes eigenes Versagen. Ich bin in der Lage, den Fehler als Lektion auf dem Weg zur perfekten tollen Socke zu sehen. Und das wiederum motiviert mich, es beim nächsten Mal besser und den Fehler (hoffentlich) nicht nochmal zu machen.

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Zu spät ins Bett.

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Privates ·Tagesnotizen 2017

Was los war am 19. Januar 2017

Geplant war, nach Rostock zu fahren und einiges zu erledigen. Doch der Wetterbericht vom Vorabend warnte vor Regen und dadurch plötzlich auftretendes Glatteis in unserer Region, und so einigten wir uns darauf, nicht nach Rostock zu fahren. Ich war nicht unglücklich darüber.

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Es schickte sich also an, ein weiterer unspektakulärer Tag zu werden. Aber, haha, das Leben hält ja öfter Überraschungen bereit.

Am frühen Nachmittag erreichte mich via Twitter eine Direktnachricht. Zwei Blogger und Twitterer, denen ich schon seit Jahren folge, meldeten sie seien in der Nähe, und ob sie wohl spontan auf einen Kaffee vorbeikommen dürften. Ja, klar, durften sie!

Nicht lang danach trafen die beiden hier ein. Wir tranken dann zwar nicht Kaffee, sondern Tee, aber das tat dem persönlichen Kennenlernen keinen Abbruch. Wir unterhielten uns angeregt, und die Zeit verging wie im Fluge.

So schön, wenn man zu Namen, Blogeinträgen und Tweets nach Jahren endlich die dahintersteckenden Menschen in leibhaftig und von Angesicht zu Angesicht kennenlernt.

Das war eine schöne Überraschung, die aus dem eigentlich unspektakulären Tag einen tollen Tag machte. Da störte es dann auch nicht weiter, dass den ganzen Tag, entgegen der Wettervorhersage vom Vortag, nicht ein Tropfen Regen vom Himmel fiel. Wie gut, dass wir uns gegen den Trip nach Rostock entschieden hatten, denn sonst wäre ich nicht zuhause gewesen, und wer weiß, ob und wann wir uns dann endlich mal persönlich kennengelernt hätten.

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Am Abend noch etwas gearbeitet und dann noch die ersten drei Folgen der neuen Serie »Fortitude« auf ARTE angeschaut. Danach angemessen müde ins Bett gefallen.

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