Privates ·Tagesprosa

18 Worte am 18. (01/2018)

Endlich, der erste Schnee.
Ziemlich nass.
Egal!
Ein Schneespaziergang.
So schön,
die verschneite weite weiße Landschaft
und Rehe!

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Die liebe Oecherin schreibt schon lange jeden Tag (mindestens) 18 Worte. Dieses Jahr darf, wer möchte, jeweils am 18. eines Monats seine eigenen 18 Worte schreiben. Die Links zu den Beiträgen sammelt sie bei sich in den Kommentaren. Da mache ich gerne mit.

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Nordisches ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Zeitvertreib bis der Schnee (hoffentlich) fällt

Ich warte sehnsüchtig auf den ersten richtigen Schnee in diesem Winter hier bei uns in Mecklenburg.

Bisher gab es nur ein, zweimal ein bisschen Geschniesel (Mischung aus Schnee und Regenniesel), von dem nichts wirklich liegen blieb. Vielleicht bringt uns ja Friederike jetzt mal richtig Schnee, aber nichts genaues weiß man nicht.

Die Zeit bis dahin vertreibe ich mir, wenn ich nicht gerade den kleinen Kater bepuscheln muss, damit, schöne Worte für verschiedene Arten von Schnee aus anderen Sprachen zu lernen.

Dass die Inuit viele Worte für Schnee haben, ist ja bekannt.
Natatqonaq bezeichnet rauen, grobkörnigen Schnee, rauchiger Schnee wird siqoq genannt, fallender Schnee ist anniu, windgepeitschter Schnee upsik.

Oder Schnee, der krustig ist, weil er schon mal angeschmolzen, dann aber am Fuß von Bäumen wieder gefroren ist, heißt siqoqtoaq.
Schnee, der sich auf den Ästen der Bäume sammelt ist qali.

Die Isländer nutzen Worte wie mjöll oder nýsnær für neu gefallenen Schnee, fannkoma für Schneefall, hundslappadrifa für schweren Schneefall mit großen Flocken bei ruhigem Wetter.

Lausamjöll ist Pulverschnee, Schneefall bei Wind ist ofanbylur, skafkafald ist Triebschnee und wenn nur sehr wenig Schnee fällt, heißt er fukt.

Der minimale Schnee, den wir in diesem Winter hier in Mecklenburg gesehen haben, dürfte also fukt gewesen sein. Mir gefällt, dass das Wort lautmalerisch gleich mit ausdrückt, was ich dann jedesmal denke, nämlich … na, sie wissen schon!

Die Norweger können ebenfalls schöne Schneesprachpoesie.
Fällt dort ganz leichter Schnee aus fast wolkenfreiem Himmel, ist das heiske.
Blåstøde ist Schnee, der voller Wasserpfützen ist.
Wenn eine nasse Schneeschicht wieder überfriert, so dass das Vieh kein Futter mehr findet, ist as smaladrepar.

Und wusstet Ihr, dass Schnee stolpern kann? Ja, so hab ich auch geguckt. In Norwegen stolpert der Schnee offenbar hin und wieder, d.h. er fällt nicht normal, sondern stolpert vom Himmel und das ist dann stolpesnø.

Mir persönlich ist es ziemlich egal, ob der Schnee nun leise fällt, vom Himmel getrieben oder gepeitscht wird oder schlicht aus den Wolken stolpert. Hauptsache, er kommt! Ich warte weiter und hoffe, dass es nicht nur wieder fukt wird!

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Cat and Co Content ·Privates ·Tagesnotizen 2018

Eine aufregende Woche

Aurelio muede

Aurelio aufgewacht

Das war eine aufregende erste Woche sowohl für Aurelio, als auch für uns. Aurelio war überwiegend damit beschäftigt, seine neue Welt zu entdecken, und das hat er dann auch mit ganzer Hingabe getan. Er dürfte inzwischen so ziemlich jede Ecke, jeden Spalt und Winkel und jedes nur denkbare Versteck gefunden haben.

Unfassbar, wo der kleine Kerl sich noch drunter oder hineinzwängt! Er ist unglaublich gelenkig und fix. Eben noch hier, eine Sekunde später verschwunden. Wir waren reichlich damit beschäftigt, nach ihm zu suchen.

Klar, wir hätten auch warten können, bis er irgendwann wieder von selbst auftaucht. Aber er ist ein kleiner Kater mit großem Ideenreichtum und noch relativ wenig Verstand. Das wiederum bedeutet, wir finden uns in einer Situation wieder, die Eltern sehr kleiner Kinder bekannt vorkommen dürfte.
Solange wir Aurelio irgendwo hören, ist alles gut. Wird es still, heißt es unverzüglich nach ihm schauen, denn dann verzapft er irgendwas! Je länger es still bleibt, umso dringlicher wird es, ihn zu finden.

Leider findet er (zumindest im Moment noch; hier spricht die Hoffnung, dass sich das noch ändert, wenn er etwas größer wird) Elektrokabel ungeheuer interessant und will ständig damit herumspielen, was bei ihm auch bedeutet, er versucht in die Kabel zu beissen. Das ist natürlich großer Mist!

Wo möglich, haben wir Kabel außer Reichweite für ihn gebracht, was bei seiner Agilität und Beweglichkeit gar nicht so einfach ist, oder irgendwie verdeckt. Das ist aber nicht bei allen Kabeln möglich. Also müssen wir aufpassen wie die Luchse, um Unfälle zu verhindern.

Schon an einem der ersten Tage, tauchte Aurelio von wer-weiß-woher auf und hatte plötzlich schwarze Vorderpfoten. Und zwar richtig schwarz und leicht klebrig. Wo hatte er die denn her?

Da half alles nichts, wir mussten die kleinen Pfoten waschen. Wirklich begeistert war Aurelio davon nicht, aber da er ein echter Maine Coon ist, war es auch nicht ganz so schlimm. Es dauerte eine Weile, bis die kleinen Pfoten nicht mehr schwarz, sondern nur noch leicht gräulich wirkten.

Die Frage blieb: Wo hat er sich die schwarzen Pfoten geholt. Wir überlegten, überprüften, krochen mit Papiertüchern herum und wischten über potentiell verdächtige Stellen. Nichts! Nirgendwo fanden wir schwarz-klebriges Zeug. Ich grübelte weiter und nach mehreren Stunden dämmerte mir eine letzte Idee.

Schon am ersten Abend hatte Aurelio unsere Treppe zum Dachboden erklommen. Wenn er dort auf einer der oberen Stufen sitzt, kann er theoretisch mit den Pfoten in der Führungsschiene der Schiebetür, die sich unterhalb befindet herumtatzeln. Wieder ein Papiertuch gegriffen, hochgestiegen, mit dem Papiertuch einmal durch die Schiene geputzt und voilá: schwarz-klebriger/öliger Schmutz. DA hatte er also seine schwarzen Pfoten her.

Die Schiene wurde ordentlich geputzt und wir hoffen, dass a) die Schiebetür trotzdem lautlos durch die Führungsschiene gleitet, b) Aurelio nicht wieder auf die Idee kommt, darin herumzutatzeln bzw. am besten vergisst, dass er das kann, oder sich wenigstens erinnert, dass die Reinigungsprozedur danach nicht so toll ist, und es deswegen einfach lässt.

Großer Renner ist ein kleiner Ball, den Aurelio durch den ganzen Flur rollt und jagt. Nach zwei Tagen hatte er heraus, dass er ihn ins Maul nehmen und sonstwohin tragen kann. Wenn er beim Ballspielen Gesellschaft möchte, trägt er den Ball jetzt zu mir und lässt ihn auffordernd vor mir fallen. Ja, ich bin sicher, dass Aurelio ein Kater und kein Hund ist!

Meine Hausschuhe findet er auch ganz toll und beißt gerne hinein, was ich nicht so lustig finde. Heute hat er herausgefunden, dass er seinen Lieblingsball in die Hausschuhe stecken kann, um dann mit seinen Pfoten in den Hausschuhen nach dem Ball zu angeln. Soooo lustig, findet er! Naja, ich bin nur so semi-begeistert davon.

Aurelio beisst überhaupt gern in alles Mögliche.
Ich vermute, dass er vielleicht noch zahnt oder so, denn anders kann ich mir seine Beißwut nicht so recht erklären. Er beisst in alles, was ihm vor das Mäulchen kommt (den metallenen Lampenständer, die Streben des Schreibtischstuhls, meine Hausschuhe, die Bettdecke, die Tischkante).

Wenn er gerade in der entsprechenden Stimmung ist, macht er auch nicht vor unseren Hände, Fingern, Fersen und Zehen halt, wenn er drankommt. Ich sehe mich schon mit durchgebissener Achillessehne!

Na gut, jetzt übertreibe ich etwas. Trotzdem, angenehm sind seine kleinen Bisse nicht. Wenn wir ihm dann zu verstehen geben, dass wir das nicht so toll finden, versucht er es wieder gut zu machen und leckt uns zum Trost. Finde ich ebenfalls semi-gut, aber die Geste zählt.

Und sonst? So langsam stellt sich ein Rhythmus mit ihm heraus. Wann ist er munter und will bespaßt und bepuschelt werden, wann bekommt er Hunger (und wird sehr unleidlich, wenn er dann nicht schnell was bekommt), wann schläft er?

Um seine Schlafzeiten herum, organisierte ich im Laufe der Woche alle anderen Pflichten und Aufgaben, denn s.o. unbeaufsichtigt kann man ihn noch nicht wirklich lassen.

Ein-,zweimal am Tag bekommt er seinen »Flipp«, d.h. er tobt fünf, ach was, fünfzehn Minuten wie ein Irrer über Tisch und Bänke. Da ist dann überhaupt kein Halten mehr. Wir beobachteten staunend, wie er gekonnt einen doppelten Salto vom Bett aus hinlegte. Als er (richtig herum) auf dem Boden landete, wirkte er allerdings selbst etwas überrascht. Aber nur für Sekunden, dann war er schon wieder woandershin geflippt.

Wofür wir sehr dankbar sind: Nachts hält er Ruhe und wartet auch morgens brav, bis wir uns rühren. Das hätten wir nicht erwartet und hoffen natürlich, dass das so bleibt.

Die Annäherung mit Filippo lief und läuft erstaunlich gut. Die ersten beiden Tagen, knurrte, fauchte und buckelte Aurelio noch ziemlich, während Filippo interessiert schaute, aber nicht zurückfauchte, - knurrte oder einfach mal draufhaute.

Inzwischen begrüßen sich die beiden, wenn sie sich begegnen mit Nasenstübern. Aurelio macht lustig Sprünge und Männchen vor Filippo, der unbeeindruckt schaut und sich davon nicht groß stören lässt.

Einen Abend verlegte sich Aurelio darauf, ausgerechnet Filippos Schwanz als Spielzeug zu wählen. Ich fürchtete die erste ernstere Auseinandersetzung, denn Aurelio wütete ziemlich herum, stürzte sich auf den Schwanz, hakelte daran herum, biss hinein.

Filippo blieb seelenruhig liegen, beguckte sich den kleinen Berserker und tat weiter nix.
Na gut, er schaute mich mit einem Blick an, der sowas wie »Der spinnt, oder?!«, sagte.
Erst nach ungefähr 10 Minuten hatte Filippo dann die Nase doch langsam voll. Erhob sich und zog sich an einen Ort zurück, wo er seine Ruhe hat.

Erstaunlicherweise, habe ich diese Woche dann auch noch einiges andere erledigt und geschafft.

Donnerstag und Freitag wurde es draußen fast nicht hell. So richtige grau-in-grau Tage.

Da ich ja immer noch versuche, kreativ zu sein, war ich entsprechend unzufrieden mit den Lichtverhältnissen. Dann aber kam mir die Idee, wo ich einen zusätzlichen kleinen Tisch aufstellen könnte, um ihn als »Zeichentisch« zu nutzen und zumindest Vormittags etwas mehr direktes natürliches Licht zu haben.

Ich bin sehr gespannt, ob sich das in der Praxis jetzt bewähren wird.

Das einzige (momentane) Problem dabei: Aurelio ist Vormittags am wachsten und agilsten, und das wiederum heisst, da kann ich gerade nicht meine Farbstifte, Fineliner, Aquarellfarben, etc.etc. auspacken und mich ganz der Kreativität hingeben.

Nun ja, irgendwas ist immer oder: Man kann nicht alles haben! 😉

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