Granny Square Blanket - © Liisa

Teilweise mutet es einen hier schon recht herbstlich und kühl an. Da passt es gut, dass ich mein zweites großes Häkelprojekt für dieses Jahr fertigstellen konnte. Nach dieser Granny Decke aus Hexagonen ist es diesmal eine klassische Granny Square Decke geworden.

Granny Square Blanket - © Liisa

Die neue Decke wird nicht verschenkt (wie die erste), sondern ich habe sie für mich selbst gehäkelt. Hauptsächlich möchte ich sie im Herbst und Winter auf meinem Lese-Sessel nutzen aber sie ist auch prima geeignet, sich draußen in der Übergangszeit auf der Terrasse, auf dem Balkon oder im Garten hineinzuwickeln.

Die Decke ist aus 100 % Wolle und zwar aus Karisma-Wolle von Drops. Ich wollte sie farblich passend zum Sessel und ein bisschen mit maritimem Anklang. Das leuchtende Rot setzt den Kontrapunkt, dazu himmelblau, jeansblau und marineblau. Die Größe ist 1,80 m x 1,45 m.

Granny Square Blanket - © Liisa

Ich freue mich schon darauf, mich dann richtig schön in die Decke hineinzumummeln und schön gewärmt, mit einer guten Tasse Tee meine Lesestunden zu genießen.

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Findelhund - © Liisa

Findelhund - © Liisa

Findelhund - © Liisa

Es gibt so Tage, die verlaufen vollkommen anders, als gedacht. Heute war so ein Tag und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zur Zeit haben wir nämlich Besuch. Wenn man Besuch bekommt, dann will man dem Besuch natürlich auch etwas zeigen. Zum Zeigen gibt es hier in Mecklenburg-Vorpommern natürlich Unmengen. Also wurden große Pläne geschmiedet. Dumm nur, dass mich pünktlichst zu diesem Anlaß ein Infekt vollkommen lahmgelegt hat. Das heisst, die weltbeste WG-Genossin ist nun mit dem lieben Besuch auf Tour durch Mecklenburg, steuert die schönsten Ziele an und ich »hüte das Haus« bzw. »Ich hüte teilweise auch noch das Bett«. Na super. Frust galore!

Am Vormittag dann steht auf einmal eine andere Mitbewohnerin unserer WG vor mir und erzählt mir, da läuft ein fremder Hund ohne Halsband bei uns durch die Gegend. Sie hatte im Garten die ersten Himbeeren gepflückt, als der fremde Hund plötzlich neben ihr stand. Er sei aber gleich wieder weggelaufen. Aha … hmm hmm … na gut, kann man nix machen.

Wieder eine Zeit später ruft mich die Mitbewohnerin und sagt, der Hund läuft wieder hier herum. Komm mal schnell runter und guck. Ich also vor die Tür gegangen. Tatsächlich, da lief der kleine Kerl in der Gegend rum. Und tatsächlich kein Halsband an, nix. Seltsam. Offenbar ein noch recht junger Hund. Ein bisschen neugierig aber auch etwas scheu und schreckhaft (wer weiß, was er in den vergangenen Stunden/Tagen schon alles erlebt hatte). Im Fell jede Menge Kletten. Da war er wohl auch auf den Feldern unterwegs gewesen.

Ich versuchte ihn anzulocken aber er blieb auf Sicherheitsabstand. Nun gelte ich ja unter Freunden etwas als »Hundeflüsterin«. Keine Ahnung, ob da wirklich was dran ist, aber ich dachte mir, ich sollte versuchen meinem Ruf gerecht zu werden und nicht gleich aufgeben. Also weiter den Hund gelockt. Und tatsächlich, nach einer Weile kam er dann langsam immer etwas näher. Irgendwann war er dann in Reichweite und ließ sich tatsächlich von mir anfassen.

Was nun? Konnte ich es riskieren einen offenbar etwas verschreckten, nervösen und mir ansonsten völlig fremden Hund einfach auf den Arm zu nehmen? Oder würde er dann richtig Panik bekommen und vielleicht vor Schreck beißen? Andererseits, wenn ich nichts tat, würde er jeden Moment wieder weglaufen und unter Umständen entweder vor ein Auto oder Traktor laufen oder vielleicht nicht weniger schlimm, verdursten und verhungern.

Also, etwas Wagemut bitte! Ich hob den Hund vom Boden auf und hielt die Luft an. Der Hund guckte kurz etwas verdutzt aber verhielt sich erstaunlich ruhig. Ich hatte sogar etwas den Eindruck, als ob er erleichtert gewesen wäre, nun nicht mehr so allein zu sein. Ich trug ihn auf unsere Terrasse und gab ihm erstmal etwas Wasser zu trinken. Er stürzte sich begeistert darauf. Ein bisschen später etwas Futter, dass wir von der Nachbarin organisiert hatten. Wieder große Begeisterung beim Hund. Ich bremste ihn ein bisschen, weil ich fürchtete, so wie er schlang, wäre das vielleicht etwas viel für seinen Magen. Wir hatten ja keine Ahnung, seit wann er schon kein Futter mehr gehabt hatte. Als nächstes holte ich eine kleine Leine, die ich ihm umband, damit er nicht wieder weglaufen konnte.
Ich setzte mich zu ihm und er drängte sich kräftig gegen mein Bein und wich mir nicht von der Seite. Also begann ich ihm die Kletten aus dem Fell zu sammeln, was ihm gefiel.

Aber wie nun weiter? Klar war, der Hund war keiner der im Dorf gut bekannten Hunde. War er vielleicht Gästen aus dem Landhotel oder dem Seeschloßhotel weggelaufen? Wir fragten in beiden Hotels nach aber dort war nichts von verschwundenen Gästehunden bekannt. Wir fragten weiter nach bei einigen Leuten im Dorf, die meist gut informiert sind über besondere Vorkommnisse im Dorf. Die wussten nur, dass der Hund schon gestern zwischen unserem und dem Nachbardorf gesehen worden war. Aber keiner hatte eine Idee, wo er wohl hingehören könnte.

Wir beschlossen erstmal unser schon deutlich verspätetes Mittagessen zu uns zu nehmen. Der Hund blieb brav auf der Terrasse, hielt aber immer ein Auge auf mich (und ich natürlich auf ihn). Er war ein wirklich süßes Kerlchen, sehr lieb und brav. Kein Gekläffe, kein Gewinsel, sehr aufmerksam und zunehmend anhänglicher. Ich hatte den Eindruck, er war wirklich sehr froh, nicht mehr mutterseelenallein zu sein.

Nach dem Essen beschlossen wir, mit ihm ins Nachbardorf zu fahren und dort nachzufragen, ob irgendjemand seinen Hund vermisst oder den Hund kennt und weiß, wo er hingehört. Auch Autofahren war kein Problem. Nachdem er begriffen hatte, dass er ins Auto springen sollte, tat er das und nach dem dritten Mal ein und aussteigen, hatte er auch begriffen, dass er im Fußraum bleiben und nicht auf den Autositz springen sollte. Ein lernbegieriger, aufmerksamer und intelligenter Hund also. Leider kannte ihn auch im Nachbardorf niemand. Der dort wohnende pensionierte Tierarzt, kannte den Hund ebenfalls nicht.

Es blieb nichts anderes übrig, als dem Ordnungsamt zu melden, dass uns ein unbekannter Hund zugelaufen war. Die zuständige Sachbearbeiterin war gerade nicht da, hieß es. Man würde es weiterleiten und sie sich bei uns melden. Inzwischen war dem Hund anzumerken, dass er stehend k.o. war. War ja alles auch etwas viel Aufregung für so einen jungen Hund. Auf der Terrasse wollte er auch nicht unbedingt alleine bleiben. Ich beschloß es zu risikieren und ihn mit in unsere Wohnung im Haus zu nehmen.

Da guckten die drei Kater aber reichlich überrascht aus der Wäsche, als da plötzlich ein neues Tier in ihrem Revier auftauchte, das ganz offensichtlich kein Kater war. Filippo, verschwand sofort in Deckung unterm Bett (hatte ich so erwartet). Jaromir war schon deutlich neugieriger und schlich sich sehr vorsichtig wenigstens etwas näher heran. Der Hund guckte nervös, schüttelte einmal mit dem Kopf und Jaromirs Mut war hinüber. Er ging wieder auf Sicherheitsabstand. Aljoscha guckte, schlich näher und näher und näher und der Hund bekam es mit der Angst und ließ ein leises Knurren hören. Auf Zuspruch von mir hin beruhigte er sich aber gleich wieder. Ich beschloß kein weiteres Risiko einzugehen und die Tiere lieber getrennt von einander zu lassen. Der arme Hund war schon genug gestresst und die Jungs, hatten ihre Aufregung gehabt. Also Hund raus auf den Balkon, Fliegengittertür zu und gut ist. Jaromir und Filippo gingen ihrer Wege. Aljoscha baute sich auf der Innenseite der Fliegengittertür auf und beäugte den Neuzugang sehr aufmerksam.

Das Telefon klingelte, die Dame vom Ordnungsamt! Nein, wir hatten nicht herausgefunden, wem der Hund gehört. Offenbar kennt ihn niemand im Dorf. Dann teilte uns die Dame mit, sie würde veranlassen, dass zwei Mitarbeiter des nächstgelegenen Tierheims kämen, um den Hund abzuholen. BAM! Da saß ich nun mit dem nichtsahnenden Hund, der sich vertrauensvoll an mein Bein schmiegte und mir nicht von der Seite wich und kam mir vor, wie eine Verräterin.

Am liebsten hätte ich ihn hier behalten. Eigentlich wäre er der perfekte Hund für uns. Die richtige Größe, farblich sogar zu den Katern passend, mit seinen großen schönen Augen und dem lustigen Schlappohr. Offensichtlich mit tollem Charakter und sehr friedlich. Ich war sicher, er und die Kater würden nach einer Eingewöhnungsphase gut miteinander auskommen. Tja, aber wir sind eben zu mehreren hier. Wir leben in einer WG und das heißt u.a. alle müssen mit so etwas einverstanden sein. Wir konnten keine Einigkeit erzielen. Also blieb nichts anderes übrig, als den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Also wartete ich mit meinem kleinen neuen Freund und fühlte mich schrecklich, weil ich ja wusste, gleich würden die Tierheim-Mitarbeiter kommen und ihn mitnehmen. Wieder neuer Stress für ihn und wer weiß, was aus ihm wird? Einerseits hat er sicher gute Chancen was eine Vermittlung angeht, weil er wirklich ein hübscher und toller Hund ist. Andererseits … man hat ja schon manche Horrorgeschichten gehört.

Schließlich klingelte es an der Tür und die beiden Tierheimmitarbeiter waren da. Ein Mann und eine Frau, beide auf den ersten Blick recht nett. Ich erkundigte mich erstmal, wie es denn nun für den Hund weitergehen würde. Sie sagten, sie würden ihn als erstes als Fundhund in der Zeitung ausschreiben und auch auf der Webseite des Tierheims. Wenn sich nach zwei, drei Wochen keine Besitzer gemeldet hätten, käme er in die Vermittlung. Ich fragte, was passiert, wenn sie einen Hund nicht vermitteln können? Im Hinterkopf solche Horrormeldungen, dass Tiere dann einfach eingeschläfert werden. Nein, das gäbe es bei ihnen nicht. Sie hätten Hunde, die schon seit 2 oder 3 Jahren bei ihnen wären. Einschläfern würden sie nicht. Ich ließ mir die Nummer des Tierheims geben und sagte, ich würde in ein paar Tagen nachfragen, was aus dem Hund geworden ist. Als die beiden wieder im Auto saßen und ich dem Mann den Hund auf den Schoß setzte, sagte die Frau: »Manchmal kommen die Finder später und holen die Hunde doch noch zu sich.«

Tja, irgend jemandem muss der Hund ja gehören. Wenn das gute Menschen sind, würde ich ihnen und dem Hund natürlich wünschen, dass sie sich wiederfinden. Wenn es schlechte Menschen sind, die ihn vielleicht sogar bewusst ausgesetzt haben (was für mich komplett unverständlich wäre, weil es ein wirklich wirklich toller Hund ist), dann ist es vielleicht gut, dass er von ihnen weg ist, und vielleicht hat er ja Glück und bekommt wirklich liebevolle neue Besitzer.

Ich sah dem Auto nach, wie es vom Grundstück rollte und der Hund drehte den Kopf und schaute aus dem Fenster nach mir und sein Blick war einerseits vertrauensvoll und andererseits irritiert. Mehr habe ich nicht gesehen, weil meine Augen plötzlich feucht wurden. Viel Glück und alles Gute, kleiner Hund!

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Findlinge

Aerial Abstracts - © Zack Seckler

Es ist mal wieder Zeit für einige Findlinge, die mir in letzter Zeit untergekommen sind.

Noch ist ja Urlaubszeit und da passen die Findlinge diesmal fast alle gut hinein, rein zufällig. Das Reisen im Wohnmobil, Camper oder Bully ist in den vergangenen Jahrzehnten immer beliebter geworden und nicht wenige Menschen konnten es sich leisten, sich so ein Teil zuzulegen. Damit fahren sie dann vielleicht mal vier Wochen im Jahr in Urlaub und vielleicht noch das ein oder andere Wochenende zu einem Kurztrip irgendwohin. Die restliche Zeit des Jahres steht das teure Gefährt dann in der Garage. Eigentlich schade. Das dachte sich jedenfalls einige schlaue Leute und hoben kurzerhand »PaulCamper« aus der Taufe. Dort kann man Camper und Wohnmobile von privat mieten und vermieten, zu teils durchaus moderaten Preisen. Tolle Idee, finde ich!

Auf Reisen ist auch Heike Pirngruber mal wieder. Als Pushbikegirl radelt sie gerade allein (!) Richtung Australien und bloggt in regelmäßigen Abständen über Freuden, Mißgeschicke, Strapazen, Abenteuer und die Begegnungen mit Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Es ist faszinierend und beeindruckend und manchmal auch ein bisschen furchterregend, was sie alles meistert.

Ebenfalls unterwegs ist Robin und zwar seit Ende Juli. Auf ihrem Blog »In Chucks auf dem Jakobsweg« berichtet sie live von ihrem mittlerweile vierten Mal auf dem Jakobsweg und ja, sie läuft den kompletten Weg in Chucks … wieder!
Bonus: Wer sich schon länger mit dem Gedanken trägt, evtl. auch mal auf dem Jakobsweg zu pilgern, findet auf ihrer Seite außerdem viele hilfreiche Ratschläge und Tipps.

Im Frühjahr war ich ja im antiken Ephesos und stand dort auch in den Ruinen der weltberühmten Celsus Bibliothek, in der besagter Celsus in einem Marmorsarkophag beigesetzt wurde. Diese Bibliothek und Celsus tauchen neben anderen wiederum in dem höchst spannenden Artikel »Büchergrüfte und Bibliotheksbestattungen« auf. Also ich hätte nichts dagegen, in einer Bibliothek bestattet zu werden.

Zum Abschluß noch zwei Fotografen, die mir besonders aufgefallen sind:

Da wäre erstens Zack Seckler mit seinen »Aerial Abstracts« (siehe auch Foto ganz oben im Beitrag)

Aerial Abstracts - © Zack Seckler

Aerial Abstracts - © Zack Seckler

und Ellen Jantzen mit »Disturbing The Spirits«

Disturbing The Spirits - © Ellen Jantzen

Disturbing The Spirits - © Ellen Jantzen

Disturbing The Spirits - © Ellen Jantzen

Viel Spaß beim Entdecken, Lesen und Stöbern und Euch allen ein klasse Wochenende!

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Schlafmütze - © Liisa

Ich würde ja gerne auch einfach unter der Bettdecke verschwinden. Aber wenn Ihr Katzen habt, dann wisst Ihr ja: es ist kompliziert!

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