Balkon-Paprika - © Liisa

Ja, da schaut Ihr, was? Das sind meine Paprika, also eine der Sorten, die ich dieses Jahr erstmals auf dem Balkon ziehe. Zwei der Paprikasorten, produzieren im Moment ganz ordentlich Paprika, denen ich quasi stündlich beim Wachsen zusehen kann. Ich kann mein Glück kaum fassen und warte jetzt schon gespannt, wann die Paprika anfangen Farbe aufzulegen. Gelbe und Rote Paprika sollen es am Ende sein. Ich bin gespannt! Die dritte Paprikasorte fängt gerade an Paprika zu entwickeln, die sind aber wirklich noch klitzeklein, Baby-Paprika sozusagen. Vielleicht lässt sich die Pflanze ja von ihren Nachbarn rechts und links anspornen und legt dann eine ähnliche Geschwindigkeit beim Wachsen der Paprika vor, wie ihre Vorbilder. Anyway, es ist immer noch alles mega-spannend.

Balkon-Tomaten - © Liisa

Taadaa! Das ist die erste von mir selbstgezogene Tomate meines Lebens! Vor einigen Tagen habe ich sie geerntet. Ich habe kurz überlegt, sie in Gießharz zu konservieren und dann à la Damien Hirst als Kunstwerk auf meinen Schreibtisch zu stellen. ;-) Letztlich war die Neugier nach dem Geschmack dann aber doch größer. Und ich kann sagen, der Geschmack war wirklich großartig. Am liebsten hätte ich gleich noch zwei, drei weitere Tomaten hinterher gegessen. Nur, leider war erst die eine Tomate reif. Ich muss also noch etwas warten.

Balkon-Tomaten - © Liisa

Die Tomatenpflanzen tragen inzwischen eine ganz gute Anzahl an Früchten, wobei ich gespannt bin, wie groß die Tomaten am Ende wirklich werden. Da es Cocktail-Tomaten sind, natürlich nicht riesig, aber ich fürchte ein bisschen, sie könnten relativ klein ausfallen. Die geerntete Tomate ist die bisher größte gewesen und war etwa Golfballgroß. Na, ich werde es ja bald wissen. Auf jeden Fall ist das Projekt »einmal Tomaten auf dem Balkon ziehen, und wenigstens eine Tomate ernten können« (ja, ich habe nicht gleich nach den Sternen gegriffen, sondern ein bescheidenes Projektziel gewählt) erfolgreich abgeschlossen. Alle weiteren Tomaten, die ich noch ernten kann, sind somit Zugabe. :)

Gemüse- und Nutzgarten - © Liisa

Zum Glück sind wir ja nicht von meiner Balkon-Ernte abhängig, denn natürlich haben wir im Garten auch einen »Gemüse- und Kräutergarten«, von dem ich Euch heute mal ein paar Fotos zeigen möchte. Mein Beitrag zu diesem Garten ist nur sehr geringfügig. Ich habe dabei geholfen die Steckzwiebeln der Sorte »Stuttgarter Riesen« zu setzen. Da konnte man nicht viel falsch machen. ;-)

Ansonsten ist der Gemüse- und Kräutergarten das Reich meines Garten-Yodas und wie Ihr gleich seht, mein Garten-Yoda weiß im Gegensatz zu mir, was sie tut und wir können über die Ernte nicht klagen.

Mein Beitrag zu diesem Garten bestand und besteht in der Hauptsache darin, sehr regelmäßig Schnecken, die sich in den Garten verirrt haben, herauszusammeln und per Luftfracht zu expedieren. Ich war also sozusagen die erste Verteidigungslinie im Garten, und ich glaube, ich habe mich ganz gut geschlagen. Nun aber ab in den Garten!

Pfefferminze - © Liisa

Ich bin erfreut, über reichlich Pfefferminze in diesem Jahr. Wir haben zwei Sorten Pfefferminze im Garten, wobei ich die echte marokkanische Pfefferminze vorziehe (steht in einer anderen Ecke des Gartens und wurde nicht fotografiert).

Knoblauch - © Liisa

Kräuter haben wir allerhand im Garten. Manche entwickeln sich dieses Jahr sehr schön, andere nicht so recht. Das wechselhafte Wetter bekommt einigen Kräutern nicht wirklich. Aber wie ich inzwischen schon gelernt habe: »Etwas Verlust ist immer im Garten!« Die nächsten Fotos sind quasi selbsterklärend. ;-)

Basilikum - © Liisa

Thymian - © Liisa

Oregano - © Liisa

Es gibt noch allerlei andere Kräuter im Garten, die ich aber nicht alle einzeln fotografiert habe, sonst wäre dieser Blogeintrag noch länger geworden.

Pepperoni - © Liisa

Die Pepperoni übt sich im Erröten, so dass wir wohl bald einige ernten können, allerdings scheint mir dieses Jahr kein so gutes Pepperoni-Jahr zu werden, wie das vergangene.

Kürbisse- © Liisa

Die Kürbisse (Butternut und Roter Zentner), es sind haben ja noch Zeit bis zur Ernte. Wir haben sie dieses Jahr zum ersten Mal direkt in den Nutzgarten gepflanzt, sonst waren sie an anderen Stellen im Garten.

Pflücksalat- © Liisa

Na, ist der Pflücksalat nicht eine Pracht? Er wurde und wird aber auch eisern gegen die in Heerscharen anrückenden Schnecken verteidigt! Die meisten Schnecken schaffen es gar nicht erst bis an ihn heran, sondern werden schon vorher abgefangen und die ein, zwei, die es doch bis zum Pflücksalat schaffen, haben höchstens Zeit ein, zwei Bissen von ihrer »Henkers-Mahlzeit« zu nehmen, bevor sie in hohem Bogen über den Zaun auf die dahinter liegende riesige Wiese fliegen. Da brauchen sie eine Weile, bis sie sich wieder an den Salat heran gearbeitet haben!

Rote Beete - © Liisa

Die Rote Beete macht sich ebenfalls bestens. Das wird glaube ich eine stattliche Ernte. Ich bin sehr gespannt darauf! Genauso wie auf den roten Mangold, der sich dahinter versteckt.

Grüne Pflückbohnen - © Liisa

Die grünen Bohnen erscheinen meinem Laienauge ein bisschen schwächlich auf der Brust und auch nicht so zahlreich, wie gedacht, aber was weiß ich schon. Vermutlich ernten wir am Ende Massen an Bohnen und wissen nicht mehr wohin damit!

Steckzwiebeln Stuttgarter Riesen - © Liisa

Noch ein kurzer schneller Blick auf einen kleinen Teil der Stuttgarter Riesen, also auf die Steckzwiebeln, die sich prächtig machen. Da dürfte die Ernte ähnlich großzügig ausfallen, wie im vergangenen Jahr.

Tomaten - © Liisa

Die »richtigen« Tomaten machen sich Dank der Pflege des Tomatenmeisters hier im Haus, ganz prächtig! Der widmet sich mit großer Leidenschaft, der Aufzucht selbiger und verfeinert das Verfahren von Jahr zu Jahr um winzige Nuancen. Wenn die Ernte ähnlich hoch ausfällt, wie im vergangenen Jahr, leben wir wieder den kompletten Winter von unseren eigenen Tomaten.

Tomaten - © Liisa

Tomaten - © Liisa

Außerdem wachsen unter dem Dach auch noch Zucchini und Schlangengurken heran. Die hab ich aber nicht fotografiert, dafür hätte ich nämlich das sorgsam vom Meister hergestellte Mikroklima stören müssen, und das konnte ich natürlich nicht verantworten. Glauben Sie mir einfach, dass die da unter idealen Bedingungen heranwachsen!

Brombeerhecke - © Liisa

Ebenfalls nicht fotografiert habe ich die riesige Himbeerhecke, die es am einen Ende des Gartens gibt und die mich jedes Jahr erneut in Erstaunen versetzt, ob der schieren Menge an Himbeeren, die sie hervorbringt. Es ist eine späte Sorte und somit - was mich sehr erfreut - maden- und wurmfrei! Die ersten Früchte zeigen sich, sind aber noch winzig, deswegen auch (noch?) kein Foto.

Nicht mehr lange und es beginnen wieder die »Himbeerwochen« in der WG! Das bedeutet, die Himbeeren werden in allen nur möglichen Varianten gereicht, und wenn wir sie wirklich wirklich nicht mehr sehen und essen können, werden sie eingefroren. Die Nachbarn haben übrigens die Erlaubnis von der Rückseite der Hecke zu pflücken und kommen dem gerne regelmäßig nach. Nach der ersten Himbeer-Euphorie, die allerdings eine Weile anhalten kann, werden die Himbeeren auch gerne großzügig verschenkt. Wo um alles in der Welt kommen diese Massen Himbeeren bloß her?! Wirklich ich hatte schon Himbeer-Alpträume, ähnlich dem Märchen, wo der (Reis?)Brei immer weiter aus dem Topf quillt und schier nicht mehr aufzuhalten ist.

Sie fragen sich, was das denn dann für eine Hecke ist, da oben auf dem Foto? Es ist unsere Brombeerhecke, die zu meiner großen Freude von Jahr zu Jahr größer und umfangreicher wird.

Brombeerhecke - © Liisa

Tatsächlich ziehe ich nämlich Brombeeren den Himbeeren etwas vor. Ich freue mich schon darauf, bald wieder Brombeerkuchen mit frischen eigenen Brombeeren zu backen und vielleicht noch das ein oder andere neue Brombeer-Rezept auszuprobieren.

Dornröschenhecke - © Liisa

Zum Abschluß des heutigen Garten-Rundgangs noch ein Foto, das zumindest einen kleinen Ausschnitt unserer »Dornröschen-Hecke« zeigt. An dieser Rosenhecke erfreue ich mich jedes Jahr auf’s Neue, weil sie so wahnsinnig viele schöne Blüten hervorbringt. Es ist fast wie eine Wand aus Rosen, nur viel schöner und leichter natürlich. Schade, dass die Rosen immer relativ schnell verblühen.

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Ein herrlicher Tag heute hier in Mecklenburg.

Das Wetter wechselte zwischen Sonne und ab und an kurzen Landregenschauern. Es ging ein böiger Nord-West-Wind, der in die vollbelaubten Bäume fuhr und sie kräftig durchschüttelte. Radfahrer mochte man vielleicht nicht sein, jedenfalls nicht, wenn man gegen den Wind fahren mußte. In der richtigen Richtung unterwegs, flog man wohl heute mit dem Rad seinem Tagesziel entgegen.

Der Himmel hoch und weit und blau mit mächtigen weißen Wolkenschiffen, die majestätisch ihren Weg nahmen. Die Vögel taumelten unter dem blau und weiß umher und zwitscherten und riefen in einem fort. Ich stellte mir vor, wie sie sich gegenseitig über das Tosen des Windes hinweg zuriefen, wie viel Spaß es heute macht am Himmel entlang zu jagen, aufzusteigen und sich dann wieder fallen zu lassen, Kapriolen zu vollführen, um dann irgendwann durchgepustet und erschöpft auf einem Ast zu landen.

In den Gärten viele viele Stare, mit leuchtend kirschroten Schnäbeln, die ihr kleines Sommerparadies genossen, und die Kirschbäume um ihre Früchte erleichterten.

Ich saß und arbeitete vor mich hin und lauschte mit einem Ohr immer nach draußen auf das gewaltige Rauschen der Blätter im Wind. Immer wieder unterbrach ich meine Arbeit, trat hinaus und genoß den Blick auf die Natur, ließ den Wind etwas an mir zerren und schieben und freute mich meines Lebens, dass ich hier leben darf, auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Ja, heute war ich ein bißchen trunken vor Glück. Es gibt nicht viele Tage im Leben, an denen man trunken ist vor Glück, vor unverdientem Glück. Trunken vor Glück, daß kann man sich nicht kaufen. Man kann es sich auch nicht erarbeiten. Ich weiß nicht, warum heute ein »trunken-vor-Glück«-Tag war. Es ist nichts Außergewöhnliches geschehen. Ich habe schon andere ähnliche Tage hier erlebt und war nicht trunken vor Glück. Das waren schöne Tage, aber keine »trunken-vor-Glück«-Tage.

Trunken vor Glück sein, ist immer ein Geschenk. Es passiert einem, unverhofft, so wie einen der Blitz trifft. Es ist mehr als reine Freude oder normales Glück. Es macht einen ein bisschen schwindelig, entrückt einen für ein paar Momente, eine kurze Zeit, der Welt mit all ihren Problemen und Nöten und auch den eigenen Problemen. Dann fühlt sich das Herz an, als ob es zerbirst und wird zugleich ganz still und ruhig. Dann ist man einfach nur ein bißchen selig, trunken vor Glück.

Am Ende des Tages werde ich diesen »trunken-vor-Glück«-Tag in meine ganz spezielle Erinnerungskiste zu den anderen »trunken-vor-Glück«-Tagen und zu den »ertrunken-in-Tränen«-Tagen legen. Es gibt nicht viele Tage im Leben, an denen man in seinen Tränen ertrinkt. Deshalb sind auch diese Tage kostbar auf ihre Art. Aber heute war kein »ertrunken-in-Tränen«-Tag. Heute war ein »trunken-vor-Glück«-Tag, und ich bin dankbar dafür.

Ich sammle sie, die »trunken-vor-Glück-« und die »ertrunken-in-Tränen«-Tage, wie seltene, kostbare Perlen in meine Erinnerungskiste. Und dann als allerletztes, bevor ich meinen Augen schließe um zu schlafen, werde ich meine Erinnerungskiste wieder an einem geheimen Ort, tief in meinem Herzen, verstecken. Und vielleicht, vielleicht werde ich noch einmal kurz lächeln, bevor ich dem neuen Tag entgegen schlafe.

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Paprika - © Liisa

Die heißen Tage haben Wunder im Balkongarten gewirkt! Bisher wirkten die Tomatenpflanzen und Paprikapflanzen ja vorwiegend grün und nicht allzu wuchsfreudig, geschweige denn willig Früchte zu produzieren. Kaum wurde es warm und sonnig, sind die Pflanzen geradezu explodiert. Blüten erschienen oder verwandelten sich in erbsengroße bis knapp golfballgroße Tomaten. Das löste bei mir natürlich große Freude aus.

Tomate - © Liisa

Tomate - © Liisa

Tomate - © Liisa

Als ich heute meinen Blick über die Pflanzen streifen ließ, dachte ich erst, ich hätte Halluzinationen, aber nein! Da ist doch tatsächlich die erste Paprika heimlich, und durch das Grün noch gut getarnt zwischen den Blättern, herangewachsen. Habemus Paprika! (siehe Bild ganz oben) Zum wiederholten Mal war ich im Balkongarten völlig aus dem Häuschen! Es ist also die Corno giallo, die gelbe Sorte, die als erste tatsächlich Früchte trägt.

Mit der Corno giallo hatte ich vor ein paar Tagen noch ein anderes Erlebnis. Beim Gießen bemerkte ich auf einmal ein Blatt, das angeknabbert aussah. Nanu? Ich beguckte mir das Blatt genauer, und tatsächlich, mitten drin ein rausgefressenes Loch!! Schnell kontrollierte ich die umgebenden Blätter, die aber intakt waren. Auch die Blätter der anderen Pflanzen unterzog ich einer gründlichen Prüfung. Aber, es war nur dieses eine Blatt angefressen. Als ich mir dessen Rückseite anschauen wollte, hatte ich auf einmal ein winziges grünes Würmchen am Finger sitzen! Vor Schreck schüttelte ich die Hand und es flog in hohem Bogen vom Balkon, bevor ich es mir genauer anschauen konnte. Keine Ahnung, was das für ein Würmchen war und vor allem, wo ist es her gekommen?

Jedenfalls achte ich jetzt sehr auf die Blätter, ob noch an anderen an- oder ausgefressene Stellen auftauchen. Irgendwie argwöhne ich, dass es doch kaum sein kann, dass nur ein einziges winziges Würmchen an die Pflanze geraten ist. Ich hoffe sehr, dass nicht noch mehr davon auftauchen und irgendwann wohlmöglich nicht nur Blätter sondern auch Fruchtansätze oder - Katastrophe! - die Früchte selbst anknabbern!

Auch an der Sweet Dreams Paprikapflanze, die während der Reifezeit alle drei Farben grün - gelb - rot zeigen kann, trägt vielversprechende Fruchtansätze. Aber noch nicht so weit, wie die Corno giallo.

Die Korosko Paprika(rote Sorte) hat zwar sehr viele Blüten aber die Fruchtansätze sind noch sehr winzig. So winzig, dass sich mein Skeptizismus gleich wieder rührt und fürchtet, die bleiben so. Allerdings habe ich ja nun gesehen, wie schnell sich das bei solchen Pflanzen von heut auf morgen verändern kann. Ich warte also geduldig und beobachte mit Argusaugen.

Erdbeere - © Liisa

Mit der Erdbeerenernte sind wir wohl zum größten Teil durch. Von vier Sorten gibt es noch vereinzelte heranreifende Früchte, nur die Königin Luise trägt noch eine stattliche Anzahl reifender Früchte, die noch geerntet werden wollen.

Alle fünf alten Sorten haben getragen und teilweise sogar erstaunlich viel, so z.B. die Maikönigin und Königin Luise. Auch die Sorte Wunder von der Peene hat gut getragen, allerdings blieben die Früchte insgesamt relativ klein. In der Beschreibung wurden die großen Früchte hervorgehoben.
Da auch Kaisers Sämling und Direktor Paul Wallbaum bis auf ein, zwei oder drei Ausnahmen eher sehr kleine Früchte produzierten, hege ich den Verdacht, es könnte daran liegen, dass ich die Erdbeeren in Töpfen gezogen habe. Vermutlich doch zu wenig Erde und Platz, um größere Früchte ausbilden zu können.

Die Zucht im Topf hat noch einen weiteren Nachteil, den ich aufgrund von Unerfahrenheit nicht bedacht hatte. Als die (in diesem Fall zum Glück nicht allzu zahlreichen) normalgroßen bis größeren Früchte heranwuchsen, wurden sie natürlich an den Stengeln schwer und hingen dann über den Rand der Töpfe herab. Die Früchte wurden noch schwerer, und irgendwann bemerkte ich dann, dass sie durch ihr Gewicht, die Stengel dort wo sie über die harten Topfränder hingen, quasi abquetschten bzw. abknickten. Das war natürlich nicht im Sinne des Erfinders. In einem Beet ebenerdig gezogen, hätten die Erdbeeren dann den Boden erreicht und hätten dort weiterwachsen können, ohne irgendwas abzuklemmen oder abzuquetschen.

Das wir nur wenige normalgroße bis wirklich große Früchte hatten, war es teilweise schwierig, die Sorten geschmacklich eindeutig zu definieren und miteinander zu vergleichen, mal abgesehen davon, dass ich ja nur von jeder Sorte eine Pflanze hatte. An keinem der Erntetage hatte ich gleichzeitig von allen fünf Sorten Früchte. Ich konnte immer nur zwei, höchstens drei Erdbeersorten geschmacklich miteinander vergleichen. Wobei die kleinen Früchte entweder (für meinen Geschmack) zu säuerlich oder schon Richtung überreif gingen. Ich fand es nämlich auch schwieriger als gedacht, zu entscheiden, ob eine Erdbeere nun »genau richtig« reif war, noch hätte ein zwei Tage hängen können oder schon drüber war.

Insgesamt bin ich aber mit dem Experiment »Das erste Mal im Leben Erdbeeren (und zwar ausdrücklich sehr alte, fast vergessene) Sorten) auf dem Balkon zu ziehen« sehr zufrieden. Ich fand es sehr sehr spannend, die Entwicklung mitzuerleben. Hätte ich dieses Jahr direkt im Garten Erdbeeren ziehen wollen, wäre das Experiment höchstwahrscheinlich weniger erfolgreich verlaufen, denn ringsum klagen die Gartenbesitzer, dass die Erdbeeren in diesem Jahr aufgrund der eher ungünstigen Wetterlagen wenig bis gar nicht getragen haben. Wobei passionierte langjährige Erdbeerzüchter/innen sich jetzt wahrscheinlich wegwerfen vor lachen, was ich als »erfolgreich« bezeichne. Doch, ich bin zufrieden für das erste Mal und bejubele inzwischen jeden Ableger, der sich entwickelt, weil ich gerne im nächsten Jahr das Experiment fortsetzen möchte. Ich will ja schließlich das, was ich in diesem Jahr gelernt und an Erfahrung gesammelt habe, im nächsten Jahr anwenden.

Um den Bogen zurück zum Anfang zu schlagen. »Habemus Paprika!« ist natürlich ein etwas verfrühter Ausruf. Noch haben wir die Paprika nicht. Sie wächst noch (und hoffentlich bald viele weitere) und ist noch längst nicht geerntet. Man soll das Fell des Bären ja nicht verteilen, bevor er erjagt ist. Andererseits ich bin so begeistert, dass da tatsächlich etwas wächst, das wirklich und wahrhaftig aussieht wie eine Paprika. Es hat etwas von einem Triumph. Albern, ich weiß, weil ich hab den geringsten Anteil daran. Es sind die Pflanzen, die erfolgreich den Unbillen des Wetters, sonstigen ungünstigen Bedingungen, meiner Unerfahrenheit und meinem eher ungrünen Daumen trotzen und trotz alledem Frucht bringen! Frei nach Kempowski: »Wie isses nur zu fassen! Zu und zu schön.«

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