Mecklenburg-Vorpommern · Reisen

Unterwegs auf dem Amazonas des Nordens

Die Hansestadt Demin

Letzte Woche habe ich ein besonderes Abenteuer unternommen und erlebt. Ich war eingeladen worden an einer Flußkreuzfahrt teilzuehmen und zwar auf der Peene. Kaum ein Fluß in Deutschland ist noch so naturbelassen und von so viel wilder Natur umgeben. Deshalb trägt die Peene auch den Beinamen „Amazonas des Nordens“.

Peene

Die Fahrt führte über den gesamten schiffbaren Teil der Unterpeene, von Malchin über den Kummerower See (viertgrößte See in Mecklenburg-Vorpommern) bis zur Ostsee und noch ein bisschen weiter über das Stettiner Haff nach Karnin auf Usedom. 96 Flusskilometer durch Niedermoore, Bruchwälder, Flussauen und vorbei an großen Torfstichen.

Peene

Wir starteten in Malchin und fuhren zunächst Richtung Kummerower See, dann ging es über den großen See, vorbei an den Dörfern die seine Ufer säumen bis hinüber nach Verchen und vorbei an Aalbude ging es dann auf der Peene weiter. Wir passierten zwei kleine Dörfer mitten in dieser endlos scheinenden Natur. Diese Dörfchen erreicht man nur, wenn man echte Ortskenntnis hat und weiß, welche Naturwege dorthin führen.

an den Ufern der Peene

Weiter ging es durch die atemberaubende Landschaft und dann erreichten wir Demmin und fuhren am alten Pulverturm vorbei durch die alte Hansestadt.

Demmin

Von dort ging es weiter bis wir das kleine Städtchen Loitz passierten.

Loitz

an den Ufern der Peene

Das Peenetal ist einer der bedeutendsten Vogellebensräume Deutschlands. 156 Vogelarten sind nachgewiesen, 40% davon stehen Roten Liste gefährdeter Arten, 26% davon sind europaweit geschützte Arten. Aber auch viele vom Aussterben bedrohte Libellen-, Schmetterlings- und Nachtfalterarten sind dort heimisch.

Torfstich an der Peene

Unser erste Halt war Alt Plestin, ein herrlich gelegener Wasserwanderrastplatz und ein winziges Dörfchen. Wir warfen Schuhe und Strümpfe von uns und kühlten unsere Beine in der Peene. Doch bald schon ging es wieder zurück auf unser Schiff, die „Hansestadt Demmin“. Das nächste etwas größere Städtchen war Jarmen, dann ging es vorbei an Gützkow mit seinen schönen Peenewiesen.

Peene bei Alt Plestin

Im Peenetal befindet sich eines der größten zusammenhängenden Niedermoorgebiete Mittel- und Westeuropas und uns beeindruckten auch die großen Torfstiche, die mit Wasser vollgelaufen wie große Seen oder Wasserbecken rechts und links vom Fluß liegen und in denen sich die Vogelwelt sammelt. An der Peene sind sowohl Fisch- als auch Seeadler heimisch und zumindest Fischadler haben wir fliegen sehen.

Torfstich an der Peene

Torfstich an der Peene

Bekannt ist das Peenetal auch für seine großen Fischotter- und Biberpopulationen. Noch vor 30 Jahren gab es keinerlei Biber mehr in Mecklenburg-Vorpommern. Dann wurden 30 Biber, die aus dem Elbetal umgesiedelt werden mussten, zwischen Jarmen und Anklam ausgesetzt. Entlang der Peene sind heute wieder ca. 500 Biber heimisch. Wir sahen mehrere Biberburgen entlang der Peene, leider aber keinen Biber. Biber sind ja eher nachtaktive Tiere und daher am ehesten in der Dämmerung zu beobachten. Dafür haben wir aber wenigstens einen Fischotter gesehen.

Torfstich und Weiden an der Peene

Torfstich und Weiden an der Peene

Nächster Halt war dann Stolpe an der Peene, ebenfalls ein malerisch an der Peene gelegenes sehr schönes Dörfchen mit einem weiteren sehr schönen Wasserwanderrastplatz. Wir besichtigten die Ruinen des Klosters Stolpe und sahen uns in dem Dörfchen um.

Stolpe

Kurz vor Anklam, kam dann was die Vogelsichtungen während dieser Fahrt anging, der Höhepunkt. Ich habe noch nie so viele Schwäne auf einem Platz gesehen wie dort. Es müssen Hunderte gewesen sein, dazu Kraniche, Kormorane, Graureiher, Störche, verschiedene Gänse und Enten in großer Anzahl und viele kleinere Wasservögel. Leider habe ich davon keine Fotos, weil ich nur mein iPad mit hatte und somit keine Tele-Funktion. Ihr müsst mir also einfach glauben. :-)

Auch die Fahrt durch die alte Hansestadt Anklam, war recht beeindruckend. Vom Wasser her eröffnen sich nochmal ganz andere Perspektiven auf die alten Hansebauten. Anklam ist übrigens auch der Geburtsort des Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal.

Anklam Ansicht von der Peene her

Hafenkran in Anklam

Für uns geöffnete Brücke in Anklam

Von dort aus ging es Richtung Mündung in die Ostsee. Die Peene hat nur ein sehr niedriges Gefälle und wenn der Wind von Nord-Ost kommt, wird das Wasser aus der Ostsee in die Peene gedrückt und zwei Tage zuvor hatte der Wind so gedreht. So mündete die Peene an diesem Tag eigentlich nicht in die Ostsee, stattdesssen kam uns die Strömung von der Ostsee her entgegen.

Die Landschaft entlang der Peene verändert sich im letzten Teil vor der Ostsee noch einmal ganz deutlich. Dort ist die Landschaft von großen Reetflächen geprägt, die sich sanft im Wind wiegen. Früher wurden diese Flächen in der Hauptsache von den örtlichen Peenefischern bewirtschaftet. Im Winter, wenn es nicht viel zu fangen gab, weil z.B. die Peene zugefroren war, ernteten sie das Reet und verdienten sich durch diese harte Arbeit ein Zubrot. Heute gibt es nur noch wenige Fischer, die hier Reet ernten, einfach weil es sich finanziell eigentlich nicht mehr groß lohnt. Länder wie Ungarn und Rumänien bieten ebenfalls qualitativ hochwertiges Reet aber zu einem viel günstigeren Preis, so dass der Absatz des Reets von hier immer schwieriger wird. Obendrein ist die Bewirtschaftung wirklich schwierig und wird durch entsprechende (EU-)Verordnungen und Naturschutzauflagen noch zusätzlich erschwert.

Über das Stettiner Haff ging es hinüber nach Usedom zum kleinen Dorf Karnin. Direkt davor stehen die Überreste der Hubbrücke von Karnin, die heute ein technisches Denkmal ist und einmal die wichtigste Verkehrsanbindung von Usedom an das Festland war.

Hubbrücke Karnin

Alles in allem waren wir fast neun Stunden mit dem Schiff unterwegs, und für mich hat es sich wirklich angefühlt wie aus der Zeit und Zivilisation gefallen zu sein. Es war toll, mal einen Fluß zu sehen und zu erleben, der sich ganz seinem natürlichen Verlauf folgend durch die Landschaft windet bzw. mäandert und wir haben natürlich weite Teile dieser Landschaft und der Naturschutzräume sehen können, die man sonst überhaupt nicht sehen kann, weil dort keine Landwege hineinführen. Das Wetter war an dem Tag strahlend schön und so war es einfach nur rundum beeindruckend und toll. Eine der großartigsten Schifffahrten, die ich bisher in meinem Leben machen durfte.

Segelboot auf der Peene

Peene im abendlichen Licht

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Nachdenkliches · Privates · Soziales

Nachruf auf einen Freund

Für Hannes
1974 – 2016

Es war lange vor Twitter, da stieß ich auf einen Blog mit dem Namen „Jazzlounge“. Dort bloggte ein Hannes über seine Liebe zum Jazz, stellte enthusiastisch Jazzmusiker und Jazzbands vor. Eine Weile las ich still mit, irgendwann kommentierte ich das erste Mal und bald kommentierten wir gegenseitig in unseren Blogs und tauschten uns über unsere Neuentdeckungen auf dem weiten Feld des Jazz aus und gaben uns gegenseitig Hörtipps.

Damals gab es so etwas wie Spotify & Co. noch nicht und da wir uns eher abseits des Mainstream-Jazz herumtrieben, war es manchmal gar nicht so einfach, an die entsprechenden Musikstücke zu kommen. Hannes muss über eine recht große Jazzmusik-Bibliothek verfügt haben, meine war auch recht gut bestückt. Irgendwann hatte ich einen kleinen Umschlag in der Post. Der Umschlag kam von Hannes. Im Umschlag war eine CD, auf die er Jazzstücke gebrannt hatte, von denen er annahm, dass sie mich interessieren könnten, sowie von Stücken über die wir diskutiert hatten, an die für mich aber kein Herankommen war. Kurz darauf schickte ich ihm eine gebrannte CD mit ebensolchen Musikstücken zurück. Wir haben in den folgenden Jahren eine Menge CDs gebrannt und hin und her geschickt und dann darüber diskutiert. So lernte ich Johannes Korten, genannt Hannes, kennen.

Unsere Gespräche drehten sich aber bald nicht mehr nur um das Thema Jazzmusik. Wir diskutierten per E-Mail über eine große Bandbreite an Themen: Gott und die Welt. Das waren für uns beide immer sehr tiefe und bereichernde Unterhaltungen. Nicht, dass wir uns immer einig gewesen wären, aber wir respektierten unsere unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven.

Irgendwann dann ging es ihm nicht gut und aus dem was er schrieb, zog ich meine Schlüsse. Ich bin gerade was persönliche Dinge angeht, eher der zurückhaltende Typ und so rang ich eine Weile mit mir, ob ich das Thema um das es offensichtlich ging, klar benennen sollte oder nicht. Ich beschloß abzuwarten, ob es sich einfach ganz natürlich ergeben würde.

Und dann eines Tages war es soweit, und ich sprach ihn direkt auf das Thema Depression an und fragte ihn, ob er damit zu kämpfen habe. Nach einer kurzen Pause, antwortete er mir ehrlich und schrieb auch, dass er eigentlich darüber nicht viel rede. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich selbst auch schon lange unter Depressionen leide. Wir hatten danach nicht wenige Gespräche, die sich ausschließlich um dieses Thema drehten. Wir erzählten einander zumindest in Auszügen, wie wir es erlebten, wenn diese Krankheit wieder ihr Haupt erhob, und wie wir versuchten, damit umzugehen und damit zu leben so gut, wie es eben geht.

Diese Gespräche führte dazu, dass wir einander noch tiefer wertschätzten und hob unseren Kontakt nochmal auf eine tiefere Ebene. Wenn er meinte, aus meinem Blogeinträgen oder Tweets „herauszuhören“, dass ich wieder mehr zu kämpfen hatte, kontaktierte er mich, zuerst per Mail, später auch über Twitter (in den Direktnachrichten) und umgekehrt. Wir machten uns gegenseitig Mut und erinnerten uns gegenseitig daran, dass es jenseits der Dunkelheit immer noch Licht gab, auch wenn wir es im Moment nicht mehr selbst wahrnehmen konnten. Und wir freuten uns gemeinsam, wenn wir endlich wieder einen Silberstreif am Horizont sehen konnten und das Licht langsam aber doch seinen Weg zurück in unsere Leben fand.

Über die Jahre blieb unsere Freundschaft und der Kontakt bestehen. In größeren Wochen-, manchmal auch Monatsabständen, fanden wir immer wieder interessante Themen, über die wir uns austauschten.

Johannes war ein engagierter Mensch, der mit offenen Augen und einem großen Gerechtigkeitssinn durch die Welt ging. Er litt wirklich bis ins Innerste unter Ungerechtigkeiten in der Welt, unter der Gewalt und dem Haß, der sich immer mehr auszubreiten schien. Er wollte eine bessere Welt und tat was immer ihm möglich war, um dazu beizutragen.

Vielen wird seine „Mutmachparade“ in Erinnerung geblieben sein. Dort berichteten wir einander, wie wir uns selbst Mut zusprechen, wie wir andere ermutigen und was wir erlebt haben, wenn wir uns ein Herz bzw. Mut gefasst und etwas gewagt hatten.

Das wohl eindrücklichste Beispiel für sein Engagement war die große Hilfsaktion, die er für seinen Freund Kai anstieß, als der nach einem Schlaganfall ins künstliche Koma gefallen war und dessen Familie nicht wusste, wie es weitergehen könnte. Mit der Aktion „Ein Buch für Kai“ und einer Spendensammlung hat er ein Beispiel dafür gegeben, wie es aussehen kann, das Internet zu einem besseren Ort zu machen, was ihm immer ein Anliegen war. Damals bat er uns alle

„Bewahrt euch diese Menschlichkeit! Es gibt so viele andere Menschen in Not!“

Noch etwas hat mich immer beeindruckt, nämlich seine große Liebe zu seinen Kindern, seinem Junior und seinem Mademoisellchen. Ich dachte immer, wenn alle Stricke reißen sollte, könnte ihn am Ende diese Liebe zu seinen Kindern halten.

Auch unsere letzte längere und tiefgehende Diskussion hatten Hannes und ich über das Thema der Gerechtigkeit in der Welt. Ich hatte ihn auf das Buch „Politische Emotionen – Warum Liebe für Gerechtigkeit wichtig ist“ von der US-Amerikanischen Philosophin Martha C. Nussbaum hingewiesen, das er sich umgehend zulegte und las. Und dann diskutierte wir. Er war sehr angetan von ihren Gedankengängen und Ansätzen, ja er war richtiggehend enthusiastisch und plante auf der re:publica in diesem Jahr eine Session rund um diese Thematik anzubieten. So diskutierten wir, wie er das große Thema entsprechend aufbereiten könnte. Meines Wissens nach hat er wenige Tage später ein entsprechendes Paper für die re:publica eingereicht, das aber zugunsten des Themas „Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen“ zu dem er dann auf der re:publica sprach, nicht zum Zuge kam. Die Gedankenanstöße aus dem Buch bewegten ihn gedanklich aber auch weiterhin sehr.

Irgendwann gegen Ende letzten Jahres, bemerkte ich, dass sich über ihm wieder die dunklen Wolken zusammenballten. Ich kontaktierte ihn wieder hinter den Twitter-Kulissen und er bestätigte mir, dass es ihm schlecht ging. Ich versuchte wieder ihm Mut zu machen und ihn dazu zu bewegen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ich wusste, dass es auch andere Freunde gab, die Bescheid wussten, und ihn ebenfalls in diese Richtung zu bewegen suchten.

Vor etwa vier Wochen hakte ich noch einmal nach und merkte schnell, dass er nicht bereit war tiefergehend über seine aktuelle Situation zu sprechen. Ich drängte ihn auch nicht dazu, sondern signalisierte ihm nur, dass ich jederzeit ein Ohr für ihn hätte, wenn er das wolle und dass ich auch sonst bereit wäre ihm zu helfen, wenn das irgendwie möglich und gewünscht sei. Er bedankte sich und meinte, im Moment gäbe es nichts, was ich für ihn tun könne. Es reiche ihm zu wissen, dass ich an ihn denke.

Wenige Tage später schrieb er den Blogeintrag „Mein Jazz ist kaputt“ und spätestens da ahnte ich, dass die Krise diesmal wesentlich tiefer ging, als all die Male zuvor.

Noch einmal, am 27. Juni, hatten wir hinter den Twitterkulissen einen kurzen Kontakt. Als letztes schrieb er:

„Ich hoffe, es geht dir gut. Ich freu mich, auch so mal wieder von dir zu hören. Glück auf!“ Ich ahnte nicht, dass das seine letzten persönlichen Worte an mich sein würden.

Heute morgen las ich, kaum aufgewacht, einen Tweet von ihm, der einen Link zu einem neuen Blogeintrag von ihm enthielt. Unter Tränen las ich, was er dort geschrieben hatte und ahnte, dass jede Hilfe zu spät kommen würde, so gerne ich noch einen Funken Hoffnung gehabt hätte. Wenige Stunden später kam die traurige Gewissheit: Mein Freund Hannes lebt nicht mehr.

Ich bin unsagbar traurig für ihn, seine Frau und die beiden Kinder und alle die ihn kannten und geliebt und geschätzt haben.

Danke Hannes für Deine Freundschaft, Deinen Mut, Dein Engagement und all die bereichernden Gesprächsstunden. Du wirst mir sehr fehlen! Und ich werde versuchen, Dir Deinen letzten öffentlich geäußerten Wunsch zu erfüllen, so gut ich es vermag:

„Wenn ich einen letzten Wunsch hätte, dann wäre es der hier: Schaut in jeder Situation gemeinsam nach vorn. Seit achtsam mit euch selbst und dann aufeinander. Macht die Welt im Großen wie im Kleinen wieder zu einem guten Ort. Lebt den Gedanken, dass das gemeinsam im Miteinander möglich ist, weiter.“

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Gartenfreude · Literatur & Lyrik · Nachdenkliches · Politik · Privates · Soziales

Tomatenglück und Weltenunglück

Ochsenherztomaten

Die Zeit rast, der Juli schnürt schon seine Schuhe und wird sich bald verabschieden. Ja, ist es denn zu fassen?! Höchste Zeit also für einen neuen Blogeintrag, sonst ist der Monat um.

***

Die Welt rast auch und lässt mich immer häufiger verstummen.
Dafür äußern sich viele andere und viele leider alles andere als kenntnis- und/oder hilfreich, geschweige denn klug.

Diskussionen, Interpretationen, Meinungen, Gehetze. Selten, aber doch ab und an auch Worte, die einen Zipfel der Realität erhaschen und nachdenklich machen, wenigstens einen oder mehrere kleine Schritte weiterführen. Der Worte sind viele, der Taten, um tatsächlich eine Änderung zum Besseren herbeizuführen, wenige.

***

„Warte nicht darauf, dass die Menschen dich anlächeln.
Zeige ihnen, wie es geht.“
– Pippi Langstrumpf

Pippi Langstrumpf? Im Ernst jetzt?

Ja, im Ernst! Einfacher geht es ja nun wirklich nicht. Zurück zu den ganz einfachen Wahrheiten und wenn sie aus dem Mund einer Pippi Langstrumpf kommen, dann ist das eben so!

Wenn die Menschen nicht mehr wissen, wie man andere anlächelt, wie man andere liebt, wie man anderen hilft, wie man solidarisch ist, wie man freundlich ist, dann muss man es ihnen eben vormachen. Immer und immer wieder, gerade in einer so aus den Fugen geratenen Welt.

Was daher immer bleibt und möglich ist:

Im ganz kleinen privaten Raum alles dafür zu tun, dass Menschen leben können, einen Tag nach dem anderen.

Der Lüge die Wahrheit entgegenhalten. Dem Gehetze und Hass Einhalt gebieten.

Mauern aus Vorurteilen, Stein um Stein wieder abtragen, auch wenn das zunächst heißt, erstmal nur mühselig den Mörtel zwischen den Steinen herauszukratzen, damit man überhaupt einen Stein herauslösen kann.

Ungerechtigkeit nicht schweigend zu unterstützen, sondern Wege aufzeigen, wie es wenigstens im Kleinen ein bisschen gerechter zugehen kann.

Kleine, vielleicht sogar nur winzige Samenkörner Liebe ausbringen. Geduldig, Tag für Tag, in der Hoffnung, dass die Ernte irgendwann aufgeht. Egal, wie steinig das Feld auch ist, wie heiß die Sonne brennt, egal, wie oft das Feld schon abgebrannt ist.

Den Boden immer wieder auflockern, mit der Hin- und Zuwendung zu Menschen, die übersehen, ignoriert oder ausgeschlossen werden.

Jeden Morgen neu aufstehen und sich selbst anfeuern, nicht zu resignieren, nicht nachzulassen.

Und auch es auszuhalten, dass einem für all das Unverständnis entgegenschlägt, man belächelt oder sogar offen ausgelacht wird für so viel „Naivität“. Aushalten, die Ablehnung, die Verachtung, vielleicht sogar den blanken Hass.

Und überhaupt: Zumindest bei mir und vielen anderen, die ich kenne, ist es alles andere als Naivität, die uns dazu veranlasst, uns der Gewalt, dem Hass und der Gleichgültigkeit entgegenzustemmen. Die Menschlichkeit oder besser Mitmenschlichkeit hochzuhalten, die Solidarität zu beschwören und zu leben und auf das Miteinander zu setzen.

Wäre es nur blanke Naivität, hätten wir längst aufgegeben. Wir könnten es nämlich viel ruhiger und bequemer haben.

Manchmal in dunklen Stunden, wenn Terror, Gewalt und Hass mal wieder alles übertönen, lockt eine einschmeichelnde Stimme, und will mir erzählen, dass das alles nichts nutzt. Diese Stimme tut alles, um Zweifel zu säen, Kraft und Energie abzuziehen. Sie fragt mich, welchen Preis ich bereit bin zu zahlen? Und wenn ich ihr entschlossen antworte, fragt sie: „Wirklich?“

Ja, wirklich! Denn ich kann nicht anders. Ich habe keine andere Wahl, als die Haltung einzunehmen, die ich einnehme, das zu tun, was ich tue, egal wie groß oder klein das sein mag, egal wie wenig es mir erscheinen mag, egal wie vergeblich es sogar mir an manchen Tagen erscheint. Nein, dass ist keine Naivität, es ist schlichte Notwendigkeit.

Und ich weiß, dass da immer noch viele sind, denen es ganz genauso geht. Die auch jeden Morgen neu aufstehen und sich einen weiteren Tag dem Wahnsinn, der Gewalt, dem Hass und der Gleichgültigkeit entgegenstemmen.

Kann sein, dass wir nicht (mehr) viele Worte machen, aber wir tun, was wir tun müssen und tun können, und davon werden wir nicht ablassen, egal was es uns am Ende kosten wird. Nicht mal in erster Linie für uns selbst, sondern für diejenigen, die auf uns angewiesen sind und ja, auch für die, die jetzt blind und taub mit hetzen, die Gewalt, Hass und Mißtrauen säen oder einfach nur gleichgültig mit den Schultern zucken.

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Und sonst?

Der Sommer dieses Jahr spielt bisher das Spielchen an – aus – an – aus – an – aus. Das ist anstrengend. Der Kreislauf weiß nicht worauf einstellen, und wenn er sich eingestellt hat, ist schon wieder alles ganz anders. Aber egal, auch das Wetter ist, wie es ist. Also versuchen das Beste daraus zu machen, Gelegenheiten ergreifen.

Ab und an mal kleine Auszeiten und Ausschau halten nach den kleinen Alltagsfreuden.

Über meinem Schreibtisch hängt eine Postkarte, darauf steht

„Das hier sind die guten Zeiten“

Ich hab sie mir hingehängt, zur Erinnerung, damit ich das Hier und Jetzt im wahrsten Sinne des Wortes wahrnehme und bei allem Weltenunglück da draußen und Schwerem im Privaten, nicht blind bin oder werde für die kleinen Momente des Glücks und der Freude.

***

Große Freude immer wieder über die reichhaltige Ernte, die wir dieses Jahr vom Balkongarten und aus dem Hochbeet einholen können. Die Gurke trägt weltmeisterlich und obwohl ihre Blätter inzwischen schon arg mitgenommen aussehen, treibt sie immer noch weitere Gurken hervor. Es ist erstaunlich!

Die Tomatenpflanzen hängen voller Tomaten, auch da konnten wir schon viel ernten und werden das noch eine ganze Weile weiter tun können, wenn sie nach und nach alle rot und reif werden. Gestern und heute konnten wir die ersten Ochsenherztomaten ernten. Wunderbar!

Mit den Zebra-Cocktail-Tomaten „fremdle“ ich immer noch. Die erste haben wir gestern geerntet, aber sie war noch nicht ganz reif. Ich bin sehr unsicher woran ich festmachen kann, ob sie nun reif sind oder nicht. Da ich ja noch nie Zebra-Tomaten hatte, weiß ich nicht, wie rot die wirklich werden. Auch die Internet-Recherche hat mich da nicht wirklich klüger oder sicherer gemacht. Eine Rückfrage bei Twitter ergab leider auch keine hilfreiche Antwort. Werden wir also wohl learning by doing machen müssen. Immer mal wieder eine ernten und uns an die ideale Erntefarbe heran arbeiten.

Ebenfalls gestern konnten ich auch die ersten Mohrrüben aus dem Hochbeet ernten. Von der Größe her sind es eher „Snack-Mohrrüben“, was aber dem Geschmack überhaupt keinen Abbruch tut. Prima das!

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Außerdem habe ich die nächste Ripple Decke angefangen zu häkeln. Sie wird ein Geburtstagsgeschenk für eine meiner liebsten Freundinnen, die im nächsten Jahr einen runden Geburtstag anstehen hat. Sie hat schon andere von mir gehäkelte Decken gesehen und war hellauf begeistert. Nun wird sie ihre ganz eigene Ripple Decke bekommen. Die ausgewählten Farben harmonieren wunderbar, und es macht mir wirklich Freude daran zu arbeiten. Es ist ein schöner Ausgleich zu all der Unruhe, zwischendrin ein paar Reihen daran zu häkeln und sich dabei an viele Jahre der Freundschaft zu erinnern und viele gute Wünsche quasi mit einzuhäkeln.

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Ab und an komme ich sogar dazu ein bisschen zu lesen. Aktuell ist das „Der Mann, der das Glück bringt“ von Catalin Dorian Florescu. Vielleicht ist Euch sein Roman „Jacob beschließt zu lieben“ bekannt, für den er 2011 den Schweizer Buchpreis erhalten hat. Ich kenne Catalins Romane seit seinem allerersten Roman „Wunderzeit“ (2001 erschienen) und habe mit großer Spannung und Interesse seine weitere Entwicklung mitverfolgt. Noch bin ich nicht sehr weit mit dem neuen Roman, aber schon jetzt hat mich Catalin wieder mit seinem Erzählen in den Bann geschlagen. Wer also noch Lektüre für den Sommerurlaub braucht, von mir eine dicke Empfehlung.

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Morgen nehme ich mir wieder eine kleine Auszeit. Ich werde ein Schiff besteigen und ein echtes Abenteuer erleben, aber davon ein anderes Mal mehr!

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Gartenfreude · Privates · Reisen

Zu Besuch im Botanischen Garten in Berlin – Teil 2

Blick Richtung Italienischer Garten im Botanischen Garten Berlin
Blick Richtung Italienischer Garten im Botanischen Garten Berlin

Nach dem ausgiebigen Rundgang durch die großen Gewächshäuser des Botanischen Gartens Berlin ging es nun ins Außengelände.

Wir spazierten durch den Italienischen Garten und wandten uns dann der Gebirgsregion des Himalaya zu, wo wir uns eine Bank suchten und im herrlichen Sonnenschein und mit Blick auf die Gewächshäuser unser mitgebrachtes Mittagsessen verputzten. Dabei leisteten uns einige Hausspatzen Gesellschaft und freuten sich über die von uns hingestreuten Krümel.

Nach der kurzen Pause machten wir uns wieder auf die Socken und wanderten teils durch das Arboretum Richtung Japanischer Pavillon, der sich uns überaus malerisch und umgeben von herrlich blühenden Blumen präsentierte.

Der Japanische Pavillon im Japanischen Garten
Der japanische Pavillon im Botanischen Garten Berlin

Blühende Pracht im japanischen Garten

Blühende Pracht im japanischen Garten

Weiter ging es durch das Arboretum, wo wir uns an den vielen unterschiedlichen Bäumen erfreuten. Ich fand es faszinierend, wie unterschiedlich Baumrinde aussehen kann. Was mir schon in den Gewächshäusern aufgefallen war und mir viel Freude bereitete, war auch hier im freien Gelände teilweise der Fall, nämlich ganz unterschiedliche, teils mir bis dahin fremde aber sehr angenehme Gerüche.

Hortensien im Botanischen Garten Berlin

Würde ich in Berlin wohnen, wäre ich sicher öfter im Botanischen Garten. Da kann man für ein ganzes Leben herumwandern und wird immer wieder neues entdecken. Außerdem käme ja noch hinzu, dass man den Garten auch zu allen Jahreszeiten mit den einhergehenden Veränderungen erleben könnte. Und für Fotografen bietet er natürlich unendlich Motive.

Schließlich erreichten wir den Rosen-Pavillon, waren aber für die meisten Rosen etwas zu spät dran. Sie waren größtenteils schon verblüht oder schon sehr welk. Nur die Wildrosen, sahen noch einigermaßen gut aus.

Wildrosen im Botanischen Garten Berlin

Immer wieder fanden sich blühende Blumen oder Blüten an Sträuchern aus aller Welt.

Blütenpracht im Botanischen Garten Berlin

Irgendwann erreichten wir den Amerikateich und den Eichenteich, wo wir Seerosen, Reiher, Enten und Wasserschildkröten beobachteten.

Idylle mit Reiher im Botanischen Garten Berlin

Außengelände Botanischer Garten Berlin

Wir wanderten weiter bis zum Bauern- und Nutzpflanzengarten, flanierten durch den Duft- und Tastgarten und erreichten schließlich wieder die Gewächshäuser. Als letztes besuchten wir noch das Mittelmeerhaus und fanden großes Vergnügen an den in der Mittelmeerregion und den Kanarischen Inseln beheimateten Pflanzen, vor allem an den großen und herrlich blühenden Oleanderbüschen.

Oleander beim Mittelmeergewächshaus Botanischer Garten Berlin

Palmen im Gewächshaus Botanischer Garten Berlin

Mittlerweile waren wir sechs Stunden auf den Beinen, die uns signalisierten, dass sie langsam genug hatten.

Am Vortag hatte ich eher zufällig auf der Karte gesehen, dass nicht weit vom Botanischen Garten, die „Königliche Gartenakademie“ ist, die ich ebenfalls schon länger auf meiner Wunschliste hatte. Also beschlossen wir, dort noch vorbeizuschauen.

Wir konnten zu Fuß dorthin laufen und waren erstaunt, dass es dort, obwohl mitten in der Woche sehr voll war. Alles sehr schön angelegt und sehr verführerisch etwas einzukaufen. Wegen unseres weiten Wegs nach Hause und der am Donnerstag doch recht warmen Temperaturen haben wir dann aber davon abgesehen.

Stattdessen genehmigten wir uns noch einen Kaffee und ein Stück von den zahlreichen angebotenen Torten. Gerne hätten wir draußen im Gartenbereich gesessen, aber der war schon komplett besetzt. Scheinbar ist die „Königliche Gartenakademie“ ein beliebter Treff dort in der Ecke. Alt und jung tummelte sich und genoß das tolle Wetter und natürlich Eis und Kuchen. Die Preise sind allerdings auch königlich.

Nach einer guten Stunde schlurften wir reichlich ermattet aber glücklich zurück zu unserem Auto, quälten uns etwas durch den einsetzenden Feierabendverkehr und waren nach gut zwei Stunden kurz vor 19 Uhr wieder zuhause.

Fazit: Ein rundum schöner und gelungener Tag mit vielen Eindrücken und der Erkenntnis, dass wir eigentlich bald mal wieder in den Botanischen Garten Berlin fahren könnten. Wir haben ja vieles dort noch gar nicht gesehen.

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Gartenfreude · Privates · Reisen

Zu Besuch im Botanischen Garten in Berlin – Teil 1

Blick auf die Gewächshäuser im Botanischen Garten

Am vergangenen Donnerstag sind wir kurzentschlossen nach Berlin gefahren, um endlich einmal den Botanischen Garten zu besuchen. Der stand schon lange auf unserer „Wunschliste“ und nun sollte es endlich soweit sein. Früh um 7 Uhr ging es los Richtung Berlin. Das Wetter versprach gut zu werden, die Fahrt verlief gut und auch meine Befürchtung, es könnte schwierig werden, einen Parkplatz in der Nähe des Botanischen Gartens zu finden, auf dem man auch lang genug parken darf, erwies sich als unbegründet. Wir hatten Glück und fanden auf Anhieb einen Parkplatz direkt neben dem Haupteingang in der Königin Luise Straße. Frohgemut packten wir unsere Rucksäcke, erstanden die Tickets und ab gings ins Grüne.

Gewächshaus im Botanischen Garten Berlin

Als erstes besuchten wir die grandiosen Gewächshäuser, wo wir eine kleine botanische Weltreise erlebten. Zu dieser Zeit waren noch nicht so viele Besucher im Botanischen Garten, so dass wir in aller Ruhe durch die Gewächshäuser spazieren konnten, ausreichend Zeit hatten, genauer hinzuschauen und die Szenerien auf uns wirken zu lassen. Teilweise hatten wir den Eindruck, die Gewächshäuser für uns allein zu haben. Das war wirklich toll.

Hier ein paar Impressionen aus den Gewächshäusern

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Farndetail aus den Gewächshäusern Botanischer Garten Berlin

Pflanzen und Fruchtdetail Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Blütenpracht aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Blattdetails Gewächshäuser Botanischer Garten Berlin

Nach zweieinhalb Stunden verließen wir beeindruckt und erfüllt die Gewächshäuser und wandten uns dem Außengelände des Botanischen Garten zu.

Davon berichte ich demnächst in Teil 2

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Mecklenburg-Vorpommern · Privates · Reisen · Tagesnotizen 2016

Zu Besuch in der Feldberger Seenplatte – Teil 3

Fallada-Haus

Literaturliebhaber werden längst ahnen, warum wir den Abstecher ins kleine Carwitz gemacht haben. Es war Hans Fallada (eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen), der das kleine abgeschiedene mecklenburgische Dörfchen Carwitz auf die Literaturlandkarte setzte, als er 1933 dort ein Büdnerhaus kaufte und sich nach einigen Instandsetzungsarbeiten zusammen mit seiner Familie dort niederließ. In den folgenden zehn Jahren fand er dort ein Refugium vor den Wirren der Nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges und setzte seine schriftstellerische Tätigkeit dort fort.
Heute ist das Büdnerhaus als „Fallada-Haus“ bekannt und beherbergt das „Hans-Fallada-Museum

Wir besuchten das Museum und verbrachten eine sehr interessante und schöne Zeit im Museum und auf dem Gelände rund um das Fallada-Haus.

Das Haus ist soweit es geht im Originalzustand eingerichtet bzw. wieder instandgesetzt. So hat man fortlaufend den Eindruck, der Schriftsteller ist nur gerade in den Garten gegangen und kehrt jeden Moment zurück, um weiter auf seiner Schreibmaschine zu tippen. Die Hausfrau ist nur eben mit den Haustöchtern einkaufen und kehrt gleich heim, um das Mittagessen zu kochen.

Ein Besuch im Museum lohnt sich wirklich.

Arbeitszimmer Hans Fallada

Wohnzimmer Fallada-Haus

Wohnzimmer Fallada-Haus

Küche Fallada-Haus

Küche Fallada-Haus mit Ausblick ins Esszimmer zur Veranda

Das Bienenhaus

Fallada-Haus mit Veranda

Blumen im Garten des Fallada-Hauses

Gelände um das Fallada-Haus

Blick in den Innenhof Fallada-Haus

Fallada-Haus

Schon auf dem Weg hin zum Museum hatten wir das Grab von Hans Fallada aufgesucht. Als er am 5. Februar 1947 in Berlin-Niederschönhausen starb, wurde er zunächst in einem Ehrengrab auf dem Friedhof Pankow III beigesetzt.

Seine erste Frau Anna Ditzen bemühte sich um eine Umbettung nach Carwitz, die 1981 erfolgte. Die sterblichen Überreste Falladas wurden auf dem ehemaligen Dorffriedhof (heute Fallada-Park) beigesetzt.

Grabstelle von Hans Fallada in Carwitz

Im Anschluß unseres Besuches im Fallada-Museum besuchten wir das Cafe Sommerliebe, von dem ich gestern berichtet habe, und dann ging es zurück zum Auto.

In der Nähe entdeckten wir noch eine große Schafherde die malerisch in der mecklenburgischen Landschaft und unter leicht dramatischem Himmel herumstand und -graste. Sozusagen das i-Tüpfelchen auf dem erlebnisreichen und schönen Tag.

Mecklenburgische Schafe in der Feldberger Seenlandschaft

Mecklenburgische Schafe in der Feldberger Seenlandschaft

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Mecklenburg-Vorpommern · Privates · Reisen · Tagesnotizen 2016

Zu Besuch in der Feldberger Seenplatte – Teil 2

Blick auf den Schmalen Luzin

Von Feldberg aus fuhren wir ins nahegelegene Carwitz, ein kleines aber feines Dörfchen. Wir wanderten frohgemut durch das Dörfchen und freuten uns an den vielen schönen Ecken, die es dort gibt, die alten Häuser, die aber größtenteils sehr schön restauriert oder zumindest recht gut in Schuß sind.

Haus in Carwitz

Kirche und freistehender Glockenturm in Carwitz

alter Bauernhof in Carwitz

Die Kirschen sind reif

Kanu-Anlande-Stelle in Carwitz

Haus in Carwitz

alte Schwengelpumpe in Carwitz

Blumen mir rustikaler Rankhilfe in Carwitz

Später kehrten wir noch in das sehr schöne „Cafe Sommerliebe“ ein. Dort kann man sowohl draußen im großen Garten oder drin im Haus Kaffee und selbstgebackene leckere Torten genießen. Als wir dort einkehrten, gab es gerade wieder einen ordentlichen Regenschauer, so dass wir uns nach drinnen setzten. Das Haus ist wie ein normales Wohnhaus eingerichtet, jeder Raum ein bisschen anders, aber sehr gemütlich. Als wir das Cafe verließen, strahlte schon wieder die Sonne vom Himmel, und der Garten war schon wieder gerammelt voll mit Gästen.

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Wir wanderten zurück durch den Ort Richtung Parkplatz und gingen nochmal hinunter an den Schmalen Luzin und beobachteten das sommerliche Treiben. Was für ein herrliches Fleckchen Erde!

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Warum wir das kleine abgelegene Dörfchen Carwitz überhaupt besucht haben, davon berichte ich dann im 3. und letzten Teil des Berichts über unseren Besuch in der Feldberger Seenplatte.

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Mecklenburg-Vorpommern · Privates · Reisen · Tagesnotizen 2016

Zu Besuch in der Feldberger Seenplatte – Teil 1

Feldberg am Haussee

Nachdem es hier in letzter Zeit eher etwas stressiger zuging, haben wir uns gestern zu einem kleinen Ausflug aufgemacht. Es ging in die Feldberger Seenplatte, die schon lange auf meiner Wunschliste für einen Trip dorthin stand.

Wie der Name schon verrät gibt es dort reichlich Seen, und da wir möglichst viele davon sehen wollten, aber aus gesundheitlichen Gründen das Selbsterpaddeln keine Option war, gingen wir auf ein Elektroboot und schipperten auf diese Weise über fünf der Seen, das waren: Großer und Kleiner Haussee, Breiter Luzin, Schmaler Luzin und Lütter See. Um 10 Uhr ging es bei wolkenlosem blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein los.

Von unserem Kapitän erfuhren wir unterwegs eine Menge interessanter Dinge rund um die Seen, die Landschaft rundherum und die heimische Tierwelt.

Unter anderem konnten wir ein Seeadlerpärchen beobachten, rote und schwarze Milane, Reiher, Kormorane, Schwäne, Haubentaucher, Bläßhühner und verschiedene Entenarten.

Gegen Ende unserer Tour, zogen am Himmel zunehmend dunkel drohende Wolken auf, was einerseits eindrückliche Bilder lieferte, uns aber leicht nervös werden ließ. Das Boot hatte kein festes Dach und auch eine wohl als Dach fungierende Plane war eingerollt. Wenn uns der zu erwartende Schauer auf dem Boot erwischen würde, würden wir innerhalb kurzer Zeit bis auf die Knochen naß sein.

Doch wir hatten Glück, erreichten das rettende Ufer noch trocken, schafften es gerade noch ins Auto, und dann ging erstmal ein ordentliches Gewitter mit heftigem Regenguß nieder. Wir freuten uns dass das Wetter während der Bootsfahrt gehalten hatte, wir im Trocknen saßen und aßen unser mitgebrachtes Mittagsessen. Leid taten uns all die Paddler die wir unterwegs auf den Seen und Kanälen gesehen hatten, die es weniger gut hatten.

Feldberger Seenlandschaft

Entenfamilie

Urlaub mitten in der Natur

Das Alte Zollhaus

Feldberger Seenland

Feldberger Seenland

Feldberger Seenland

erwachsene Tom Sawyers

Teil 2

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